Willkommen in der Feste, Teil 1 – Tamel der Magier

Heute war der Tag auf dem Tamel sein Leben lang gewartet hat. Heute war es endlich soweit. Heute würde er zum ersten Mal die Akademie verlassen dürfen. Er war schon wochenlang darauf vorbereitet. Er hatte seine wenigen Besitztümer schon seit einer Woche gepackt und sein Zimmer war so, wie er es vor 15 Jahren vorgefunden hatte. Das Bett war gemacht, der Schrank war leer und eine kleine Vase mit einer einzelnen Blume stand darauf. Es war genau dieselbe Blume, die er damals in diesem Zimmer vorgefunden hatte. Die Magie war schon etwas Tolles. In wenigen Minuten, würde er dieses Zimmer zum letzten Mal verlassen. Danach würde es einem neuen Novizen zugeteilt, der, falls er Glück hatte, die nächsten 15 Jahre hier wohnen würde. Tamel sah sich noch einmal um und versuchte, so viele schöne Erinnerung zu sammeln wie möglich. Es waren nicht gerade viele. Die Zeit als ein Novize war hart, aber es hatte sich vollkommen gelohnt. Nun war er ein vollwertiger Magier und konnte auch seinen Beitrag zur Erhaltung der Feste leisten. Wenn er seine Arbeit gut machte und nur ein wenig Glück hatte, dann konnte es sein, dass die Akademie wieder sein zu Hause werden würde. Dann aber würde er der Meister sein.

„Magier Tamel, seid ihr soweit?“ Eine tiefe Stimme hinter Tamel riss ihn aus seinen Tagträumen. Nicht nur hatte sein Meister es zum wiederholten Male geschafft sich an ihn heran zu schleichen, sondern es war auch das erste Mal, dass er mit dem Titel „Magier“ angesprochen wurde. „Ja, Meister“, antwortete Tamel hastig und fügte noch eine kleine Verbeugung hinzu. „Du brauchst mich nicht mehr so zu nennen. 15 Jahre sind lange genug, findest du nicht?“ „Wie ihr meint, Meister.“, kam wieder reflexartig die Antwort von Tamel bevor er sich stoppen konnte. Kopfschüttelnd führte der alte Magier Tamel aus dem Gebäude. In der Mitte des Innenhofes stand ein großer schwarzer Obelisk. Beide Magier hielten kurz vor ihm inne und zogen den Gotteskreis über ihrer Brust, um all denen zu gedenken, die die Ausbildung nicht geschafft hatten. Kurz danach verließ der frisch gebackene Magier Tamel die Akademie der Magie für das allererste Mal. Zum ersten Mal stand Tamel nun auf den Straßen der Feste. Zum ersten Mal konnte er nun mit den anderen Mitbewohnern interagieren. Auch zum ersten Mal war Tamel hoffnungslos verloren und hatte keine Ahnung was er machen sollte.

„Ich weiß wie du dich jetzt fühlst. Du hast zwar eine Aufgabe erfolgreich beendet, aber nun stehst du wieder vor einer mit ihren eigenen Tücken und Problemen. Glaub mir, sobald du diese gemeistert hast, wirst du immer wieder eine neue Hürde vor dir finden, eine neue Prüfung. So ist halt das Leben. Wenn du versuchst, jede Aufgabe zu lösen, wirst du im Leben voran kommen. Falls du aufgibst, wirst du wie der da enden.“ Tamel’s Meister zeigte auf einen dünnen alten Mann, der die Straße runterging. Er musste betrunken oder auf Droge sein, da er nur Schwachsinn redete. „Aber ich habe dich nicht soweit begleitet, um dich nun auf der Straße stehen zu lassen. Komm, ich zeige dir die Feste.“ So trottete Tamel nun hinter seinem Meister her, während dieser Tamel die Feste erklärte.

Es begann im Magierviertel. Das Herzstück hier war natürlich die Akademie, aber es gab auch viele Läden, die magische Gegenstände und Tränke herstellten und verkauften. Je weiter nördlich sie im Magierviertel kamen, umso häufiger fand Tamel magische Schmieden vor, wo Zwerge und Magier zusammen arbeiteten um verzauberte Schwerter, magisch verstärkte Rüstungen oder diverse zwergische Gerätschaften herzustellen. Gleichzeitig bemerkte Tamel auch, dass immer mehr Zwerge auf den Straßen zu sehen waren. Langsam kamen sie ins Zwergenviertel. Tamel sah ein großes Eisentor, welches den Eingang zur einer Straße blockierte . Erstaunt blieb er stehen. Warum sollte jemand hier ein Eisentor bauen? Tamels erstaunen wuchs, als er merkte, dass das Tor an mehreren Stellen ausgebeult war. Neugierig ließ er seinen Meister stehen, der gerade über zwergische Handwerkskunst redete, und trat näher. Das Tor war eigentlich kein Tor, sondern eher eine Eisenwand, eine dicke noch dazu. In dieser Wand war eine Tür eingelassen. „Ich würde sehr vorsichtig sein, falls ich du wäre, Junge.“, kicherte jemand direkt neben ihm. Tamel erschrak und drehte sich um. Es war derselbe verrückte alte Mann, den er vor der Akademie gesehen hatte.
„Neugier ist gut, aber ohne Birne, kein Schnaps. Willst nicht rumlaufen, wie ein kopfloses Huhn, oder?“
„Ahm… Wie meint ihr das?“, fragte Tamel etwas verwirrt.
„Wirst schon sehen, wirst schon sehen.“ Seine Miene veränderte sich plötzlich von einem verrückten Lächeln in einen bösen Gesichtsausdruck.
„Man steckt seine Nase nicht in die Angelegenheiten anderer. Wie könnt ihr es wagen mir Fragen zu stellen.“ Mit seiner Nase ganz weit oben, marschierte der Mann davon. Tamel konnte nur fassungslos seinen Kopf schütteln. Schnell wurde er aber von einem Geräusch hinter der Eisenwand abgelenkt. Es hörte sich an wie eine Explosion, gekoppelt mit einem Schrei. Er ging wieder etwas näher an die Tür, unsicher, ob er der Person, die da schrie, helfen sollte. Tamel hatte immer noch nicht entschieden, als die Tür aufflog und ein Mann heraus gerannt kam. Da der Magier mehr oder minder direkt vor der Tür stand, lief der Mann direkt in Tamel hinein und beide stürzten zu Boden. Während Tamel fiel, meinte er, einen leichten Luftzug über seinem Kopf zu spüren. Im nächsten Moment, konnte er nur den Schmerz in seinem Rücken und das Fuchteln des Mannes spüren. Dies dauerte eine Weile an, bis Tamel mit einem Ruck wieder auf die Beine gezogen wurde. Dasselbe geschah auch mit dem Mann. Beide sahen sich einen kurzen Moment an. „Man blockiert keine Fluchtwege, sie Idiot!“, fauchte der Mann Tamel plötzlich an und verschwand in der Menge.
„Wie ich sehe, hast du die Erfinderstraße gefunden“ Diesmal war es Tamel’s Meister, der sprach. Er stand gegen eine Wand gelehnt und sah Tamel belustigt an.
„Hier arbeiten die Zwergenerfinder. Da ihre Erfindungen öfter Mal nicht so funktionieren, wie sie es sich vorstellen, arbeiten sie hinter einer Schutzwand. Wenn ich du wäre,  würde ich das nächste Mal einen Schild um mich herum errichten.“
Wie auf Kommando tauchte nun ein Zwerg auf. „Entschuldigung, die Herren, habt ihr irgendwo eine Metallstange gesehen. Ich vermisse eine.“ Der Meister zeigte auf eine Wand hinter Tamel, in der tatsächlich eine Metallstange steckte. Unwillkürlich ging Tamel’s Hand zu seinem Kopf. „Vielen Dank, sehr nett von ihnen.“ Der Zwerg fing an, an der Metallstange zu ziehen und schaffte es, sie aus der Wand zu lösen. Grummelnd ging er zurück in die Erfinderstraße und schloss die Tür hinter sich.

„Es ist schon spät, wie wärs wenn wir die restliche Tour vertagen?“ Tamel konnte dem Meister nicht widersprechen, also folgte er ihm nun wieder. Kurz darauf fand er sich im Magierviertel wieder. Er war nun todmüde. Das ganze Laufen und das Erlebnis vor der Erfinderstraße hatten ihn ausgelaugt. Halbherzig hörte er noch der Erklärung seines Meisters über die Wohnverhältnisse in der Feste zu. Alles was er aus dem Vortrag entnehmen konnte war: „Vorrübergehend…schlafen…hier“. Tamel verabschiedete sich angemessen und betrat die Wohnung.

Geschrieben von Martin

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Eine Legende- Sagarinas erster Auftritt

„Hört mich an.“, Die rasselnde Stimme des Alten wehte, vermischt mit dem Geruch starken Alkohols, über den Tisch, und die junge Frau ihm gegenüber wusste nicht, was schlimmer war- der Klang, oder der Geruch. Sie, eine schlanke, in eine Lederrüstung gekleidete Frau, hatte langsam genug hiervon. Seit Tagen durchsuchte sie eine Kneipe nach der anderen nach einem Mann, dessen Beschreibung ungefähr so umfangreich war wie das Vokabular eines Trolles. Doch sie musste es herausfinden. Sagarina konnte kein Land mitregieren, dessen wahre Geschichte sie nicht kannte, koste es, was es wolle. „Hört mich an.“, wiederholte der Alte, und beugte sich näher zu ihr herüber „Ihr wisst, wie sie mich nennen. Der Alte…“ Er sah sich um und schrie fast: „der Verrückte!“ Er kicherte, und spätestens jetzt wusste sie weshalb sie ihn so nannten. Doch der Alte beruhigte sich wieder, und sie sah eine beunruhigende Klarheit in seinen Augen, fast als sähe er direkt in ihre Seele. „Ihr sucht nach Wissen, nicht wahr?“ – Natürlich tat sie es… wer sonst sollte diesen Verrückten aufsuchen – „Doch welches Wissen soll ein Verrückter wie ich Euch schon geben?“ Abermals lachte der Kerl, und wie schon so oft überlegte Sagarina, ob es eine gute Idee war, hierher zu kommen. „Vielleicht… bin ich ja doch nicht so verrückt wie Ihr denkt… was?“ Was soll schon passieren. Sagarina räusperte sich, beugte sich näher zu ihm heran, und murmelte ihm zu: „Mir ist zu Ohren gekommen, Ihr wüsstet mehr, als Euer Ruf es vermuten lässt. Etwas über…“ Sie senkte die Stimme noch weiter „… die Vergangenheit.“ Sie erschrak, als er plötzlich wieder lauthals anfing zu lachen, doch zu Ihrem Glück sprach er daraufhin leise genug weiter, um ihr keine Probleme zu bereiten. „Die Vergangenheit also… Ihr sprecht doch sicher von jener Zeit, welche nichts weiter als eine Lüge ist, deren Verbreitung mit dem Tode belohnt wird?“ Sagarina zögerte. Weshalb sollte dieser Mann noch am Leben sein, außer um als Falle zu dienen, um jene zu finden, welche die Vergangenheit zu ergründen suchen? Doch der Alte schien ihre Gedanken gelesen zu haben, denn er begann zahnlos zu grinsen, und flüsterte ihr mit der Miene eines Verschwörers zu: „Keine Sorge, ich habe meine eigenen Mittel und Wege, am Leben zu bleiben.“ Er zwinkerte „Und… wer sollte schon einem Verrückten wie mir glauben? Was ist jetzt. Wollt Ihr die Wahrheit wissen? Oder seid Ihr nur hier um einen Grog mit mir zu trinken.“ Sagarina war nicht komplett überzeugt, doch ihre Neugier obsiegte über die Vorsicht, und sie sah dem Mann direkt in die Augen. Sagarina hatte ob dieser klaren, mitternachtsblauen Augen das Gefühl, sie könne ihm vertrauen. Sie wollte gerade anheben, um Fragen zu stellen. Als seine Augen sie plötzlich in ihren Bann zogen, und sie unfähig machten, sich zu bewegen. Sagarinas Geist verschwand in dunkler Leere

Doch sie war weiterhin bei Bewusstsein. Die Kneipe, der Alte.. alles war verschwunden. Sie kam nicht mehr dazu, sich zu fragen, was geschehen war. Denn plötzlich erstreckte sich vor ihr ein Panorama, wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte. Sie sah weite Wälder, Berge, und das verwunderlichste: Sie sah ganze Scharen von schlohweißen Pferden direkt vor  sich. Die Stimme des Alten ertönte hallend über der Welt, und sie klang so klar als wäre sie die eines Zwanzigjährigen.

„Vor langer Zeit, als die Einhörner noch jung waren und die Völker frei, lebten die Menschen, die Zwerge, und die Elfen friedlich im Einklang.“ Das Panorama vor Sagarina schwand, und statt seiner sah sie große, blühende Städte, in welcher die Völker glücklich zusammenlebten. Einzelne Bilder rasten an ihrem Auge vorbei. Elfen, die das Schmieden von Zwergen erlernten. Zwerge, die gemeinsam mit Menschen ritten. Und sie fragte sich gerade, was diese Schönheit, diese Harmonie je zerreißen könnte, als die Stimme des Alten weitersprach: „Das Land blühte, und die Wissenschaften entwickelten sich. Die Zauberer lernten, die Übergänge zwischen den Ebenen zu kontrollieren um sich die mächtigsten Geister untertan zu machen. Die Zwergenschmiede entwickelten Techniken, um selbst Klingen aus reinem Iurdum fertigen zu können und die Elfen schafften es, ihren Einklang mit der Natur soweit zu perfektionieren, dass sie mit allen Geistern und sogar mit den Göttern sprechen konnten.

Doch der Friede konnte nicht ewig währen.“

Abermals wechselte das Panorama. Und Sagarina sah einen menschlichen Zauberer, einen Zwerg und einen Elf, wie sie etwas beratschlagen. Nachdem sie zu einer Einigung gekommen zu sein schienen, leuchteten vor Sagarinas Augen drei Bilder auf.

Das erste Bild zeigte den Zwerg, wie er in seiner Schmiede an etwas arbeitet- Sagarina glaubte, ein riesiges Skelett aus Iurdum erkennen zu können, vielleicht das Gerüst für ein Schiff oder ein Gebäude. Im darauffolgenden Bild sah Sagarina den Zauberer vor dem Gerüst stehen. Nun, da es fertig war, konnte sie erkennen, dass es sich um eine Art Portal handelte, welches der Zauberer nun mit Sprüchen und Gesten zu aktivieren suchte.

Als das letzte Bild erschien, erfuhr sie, was die Welt aus dem Lot gebracht hatte.

Der Älteste sprach: „Im ewigen Bestreben, die Grenzen zu überwinden, erschufen die Völker ein gemeinsames Werk. Ein Portal, geschaffen aus dem starken Element. Die Magier aktivierten es, um es den Göttern zu ermöglichen, auf der Erde zu wandeln, wie der Elf es prophezeit hatte. Doch nicht die Götter hatten zu ihm gesprochen…“, seine letzten Worte hallten wie ein Echo über die Ebene, während vor Sagarinas Auge hunderte Bilder brennender Städte, sterbender Wesen und jagender, infernalischer Bestien aufleuchteten-

Und sie verstand.                                                                                       Geschrieben von: Sagarina

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Es gibt immer einen Anfang….

Heute wurde das Projekt Thrýstal’s Feste gestartet. Manche von euch fragen sich bestimmt, was dies für ein Blog ist. Die Antwort ist ganz einfach: Auf diesem Blog wollen wir Kurzgeschichten veröffentlichen, welche alle von einem Ort handeln: Thrýstal’s Feste

Werde doch auch du Leser dieser Fantasy-Kurzgeschichtensammlung, du hast keine Verpflichtungen, es ist kostenlos, und das Beste ist: Wenn du willst, kannst du selbst in die Geschichte von Thrýstal eingreifen!

Wie wir das meinen?

Wir hoffen, dass eines Tages die Leser anfangen werden ihre eigenen Geschichten zu schreiben und einsenden, damit wir sie dann mit den anderen Lesern via unserem Blog teilen können. Der Start dieses Blogs ist der erste Schritt. In der nahen Zukunft werden Foren und die ersten Geschichten auftauchen. Obwohl es ein recht ehrgeiziges Projekt ist, wollen wir es wenigstens versuchen. Hilf uns, indem du ein Kommentar mit Verbesserungsvorschlägen hinterlässt, oder uns weiter empfiehlst.

Erstmal gibt es hier leider nur wenig zu sehen, da wir noch daran arbeiten, alles zur unserer (und vor allem eurer^^) Zufriedenheit einzurichten. Aber schaut doch immer mal wieder rein.

 

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