Magier- Sagarinas Aufstieg Teil 3

Der Zwerg tobte. Sagarina, Bernolt und Theodor sahen gerade dabei zu, wie Argosh, der Zwergenälteste sich fast jugendlicher Raserei preisgab- Schimpfen hält halt jung- und über einen Soldaten her zog, der fast doppelt so groß war. Die Elfen hatten, kaum war der hohe Rat aus dem Gebäude herausgetreten, etwas von göttlicher Fügung und Feiern geredet, was keiner so recht verstanden hatte, und sind in Richtung des Elfenhains davon gelaufen.

 Torhac und Tirk, die beiden anderen Zwerge hatten sich, kaum hatte die Gruppe die erste Barrikade durchschritten und vom Einsturz jener großen Brücke zwischen dem Magierturm und dem Regierungsgebäude erfahren,  auf eine Idee Torhacs hin auf den Weg zur Erfindergasse gemacht, um dort einen Rondrak um Hilfe zu bitten. So waren Die drei Menschen alleine mit dem Zwerg verlieben, und hatten sich durch die Massen gedrängt, welche die Umgebung des Thrýstal-Ernesti-Platzes verstopften. Am Torbogen, welcher von dem Bewohnten Bereich auf den Platz führte war eine weitere Barriere aufgestellt worden.

Im Gegensatz zur ersten wurden sie nicht sofort eingelassen, sobald sie die Ketten des Rates vorzeigten. Ganz im Gegenteil: Der Soldat beharrte felsenfest darauf, sie nicht herein zu lassen. So kam es, dass Argosh sich auf das heftigste mit ihm stritt. Er hielt die vier Ketten hoch, welche sie dabei hatten und brüllte den Soldaten inzwischen ununterbrochen an.

„Das wird Konsequenzen haben du unfähiger Langbeiner!“  Der Soldat hingegen schaffte es dank seiner militärischen Disziplin ein reserviertes Gesicht beizubehalten.

„Es tut mir Leid, Sir. Ich habe die Anweisung von ganz oben erhalten und werde nicht eher-“

„Aber ich BIN ganz oben!“ der Zwerg unterbrach ihn und wedelte mit den Ketten vor dem Gesicht des Mannes herum.

 „Wer soll denn-“ Auch er wiederum wurde unterbrochen von einer peitschenden und unnatürlich klingenden Stimme:

„Was ist hier los?“ Auf einen Schlag waren um die Barrikade herum zwei Meter mehr Raum, weil sich die erschrockene Menge unwillkürlich von der Stimme weg bewegte. Urheber dieser war ein schmaler, in eine aufwendige, weiße Robe gekleideter Magier. Sagarina erkannte ihn als Sarvan wieder, auch wenn sie sich wunderte, dass er noch die Zeit gefunden hatte, seine Robe zu wechseln seit vorhin. Er schritt durch die Barrikade und erblickte seine Ratsmitglieder. Argosh ging um den Soldaten, der jetzt Platz machte, herum und wollte schon zu einer Tirade über den Soldaten ansetzen, da sprach Sarvan wieder mit dieser merkwürdigen Stimme.

„Ich habe ihm den Befehl gegeben. Ich denke das ist der Grund für dieses Gelärme hier?“ Er machte eine rasche Geste und seine Stimme klang nun normal

„Doch lasst uns das drinnen besprechen, dort ist es ruhiger.“  Argosh wollte etwas erwidern, doch besann er sich eines Besseren und nickte. Der Magier wandte sich den Menschen zu und lächelte irritiert, als er Sagarina erblickte.

 „So ist das also, da ist man mal ein Treffen lang nicht da und schon haben sie einen Ersatz, nicht wahr?“ Seine Augen blitzten schalkhaft. Seine gesamte Art strahlte Ruhe aus- so viel Ruhe, dass sich Sagarina später noch öfter fragte ob er nicht gerade zauberte, denn selbst Argosh, der Magier auf den Tod nicht ausstehen konnte und durch den Soldaten zusätzlich angestachelt war, blickte nun erwartungsvoll zu Sarvan. Dieser wiederum gab Anweisungen an den Soldaten, er solle, wenn sie denn kämen, die beiden Zwerge einlassen und zu den Anderen führen lassen. Nachdem der Hauptmann, sichtlich erleichtert darüber, dass es keine der von Argosh versprochenen Konsequenzen geben würde, salutierte, wandte sich Sarvan erneut zu der Gruppe um.

„Gehen wir, nach euch.“

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Rondrak, du bist dran

„Rondrak! Rondrak! Komm schnell!“

Zwei Zwerge hämmerten auf Rondraks Tür ein, als wollten sie sie einschlagen.

„Na los! Mach schon! Das ist deine Chance!“

„Ich komme ja schon, ich komme ja schon!“ von drinnen kamen deutlich vernehmbare Fluche. Dann ein Klappern und Schnarren an der Tür, als Rondrak sie aufschloss. Während er die Tür aufriss schimpfte er los „Was ist denn jetzt schon wieder, ich arbei…“ er stutze, als er die Zwerge erblickte.

Vor ihm stand Torhac. Seit er vor kurzem zu den drei Vertretern der Zwerge hinzu gewählt worden war hatte Rondrak ihn nicht mehr gesehen. Ihm Gegensatz zu Torhac, der sich noch immer eher wie ein Minenarbeiter denn als ein Regierungsmitglied kleidete, strahlte der andere Zwerg neben ihm nur vor Dekoration. Kleine Edelsteine waren in seinen Bart und seine Robe eingearbeitet und Rondrak musste ihn nicht kennen um zu erraten, wer vor ihm stand. Die meisten Zwerge gingen einen kurzen Teil ihres Lebens zur Schule um dann jedoch bald mit ihren Vätern in der Erfindergasse zu arbeiten und dort den Grossteil ihres Wissens zu erwerben, da die Ehre des Zwergs eng mit seinen Erfindungen verbunden war. Es gab jedoch einen geringen Anteil der Zwerge die weiter die Schule besuchten, sich begannen in Roben zu kleiden und aus der Sicht eines Zwergs ehrlose, oder zumindest unnötige Dinge wie die Diplomatie oder die theoretische, erfindungslose Forschung betrieben. Tirk, der hier vor ihm stand, war vor einem Jahr in den hohen Rat der Festung aufgenommen worden, was für viele Zwerge damals Gesprächs- und Streitthema Nummer eins war.

Rondrak trat einen Schritt zurück und neigte sein Haupt

„Verzeiht mein barsches Auftreten, ich war nur“

„Lass den Unsinn, Rondrak, wir drei sind noch immer aus dem gleichen Stein, also pluster dich bitte nicht unseretwegen auf. Außerdem haben wir nicht die Zeit dafür.“

Den Blicken von Tirk zu urteilen hätte der liebend gerne Zeit dafür gehabt, Rondrak im Staube knien zu sehen, jedoch hielt er sich zurück. Rondrak wusste schon, weshalb er keine Roben, so nannten die Zwerge ihre Akademiker, leiden konnte.

Torhac fuhr fort:

„Du hast doch mit Sicherheit noch unsere Konstruktion deiner Erfindung?“

„Selbstverständlich, der Prototyp liegt noch dort, wo wir ihn abgelegt haben. Du weißt… das Patentamt.“

„Wir brauchen ihn.“

„Ich kann ihn euch gerne vorbeibri…“

„Du missverstehst mich. Wir brauchen ihn sofort, und dich. Wir helfen dir tragen.“

Rondrak stutzte für einen Moment. Zwei des hohen Rates, die ihn baten… letztendlich befahlen sie es ihm… eine Erfindung zur Verfügung zu stellen, welche vom Patentamt keines Blickes gewürdigt wurde. Sie war nicht geprüft, nicht sicher und überhaupt noch nie für mehr als die Testhalle benutzt worden. Doch die beiden sahen entschlossen aus und so verwarf Rondrak seine Zweifel. Vielleicht war es ja wirklich die Chance für ihn.

„Kommt rein, sie ist in meinem Arbeitszimmer. Ich sage nur kurz meiner Frau bescheid und komme dann. Torhac, du kennst dich ja aus.“

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Tamel- hinein ins Chaos

Die beiden Magier hasteten nun durch die Feste. In der Stadt war es totenstill. Die Straßen waren wie leer gefegt. Die meisten Menschen waren wegen des Alarms in ihre Wohnungen geflüchtet. Die Nachzügler, die Tamel noch sah, taten gerade ihr Bestes, es den Anderen gleichzutun. Es dauerte nicht lange bis sein Meister und er durch die leeren Strassen an einer Barrikade ankamen.  Der Soldat, der sie bewachte, winkte sie schnell durch.

Es herrschte das Chaos hinter der Barrikade. Magier rannten hin und her, Soldaten versuchten irgendeine Art Ordnung zu verschaffen indem sie rumbrüllten und Regierungsangestellte, die versuchten sich Gehör zu verschaffen.

Tamel war überwältigt. All die Leute waren einfach zu viel für ihn. Er stand einfach da und starrte. Dies brachte ihm einige böse Kommentare von den Leuten, die um ihn herum gehen mussten ein. Gerade als er Meister Helmut fragen wollte, was nun zu tun war, merkte er, dass dieser verschwunden war.

Tamel durchsuchte die Menschenmenge nach ihm, konnte ihn zwischen all den anderen Magiern jedoch nicht ausmachen. Während sich Tamel immer weiter durch die Massen schob, offenbarten sich seinem jungen Verstand einige Tatsachen. Zuerst fiel ihm auf, dass dies das erste Mal seines Lebens war, in dem er ohne einen Begleiter klar kommen musste.

Die Zeit der Ausbildung hatte ihn so sehr an die Anwesenheit seines Meisters gewöhnt, dass er sich jetzt seltsam schutzlos vorkam.

Was ihn beruhigte… und zugleich besorgte war, dass sich ausreichend Magier hier versammelt hatten, um ihm das Gefühl zu geben, er sei in der Akademie. Das beunruhigende hieran war, dass sich Magier nur in so großer Zahl außerhalb der Schule versammelten wenn wirklich ein Grund zur Beunruhigung, wenn nicht sogar zu mehr bestand.

Das letzte, was ihm auffiel war, dass ständig jemand nach oben sah, und er konnte nicht anders, als es gleich zu tun.

Dort oben, direkt über dem Ernesti-Thrystal-Platz prangte die riesige, sanifarbene Brücke, welche die Schule der Magier und das Regierungsgebäude miteinander verband. Tamel ist noch nie über sie herüber gegangen, jedoch wusste er aus dem Unterricht, dass sie sich der Schwerkraft dank eines umgekehrten Gravitationsfeldes unter ihr wiedersetzen konnte. Dieses Feld drückte sie nach oben und stützte sie so, wie eine unsichtbare Säule.

Tamel bewunderte das Bauwerk, nun, da er es sich aus einer anderen Perspektive betrachten konnte. All das Sani  machte die Brücke zu einem unüberwindbaren Hindernis für Feinde,  da Sani mit der richtigen Magie immateriell wurde, sodass ein jeder der darauf stand in die Tiefe fallen würde. Während Tamel der Form der Brücke mit den Augen folgte, klappte ihm plötzlich der Mund auf und seine Hand wanderte unwillkürlich zu seinem Zauberstab.

Die Brücke begann zu seiner Linken zwar an der Akademie, jedoch hing das andere Ende scheinbar lose in der Luft. Die Saniverbindung zum Regierungsgebäude war durchbrochen. Tamel fasste sich, hob seinen Zauberstab und untersuchte die Region unter der Brücke auf magische Schwingungen, und ihm drehte sich fast der Magen um. Das Gravitationsfeld wirkte auf eine Art und Weise merkwürdig… falsch… und schien sich sogar wieder der Anziehung statt der Abstoßung zu widmen. Der junge Magier hatte noch nie von etwas vergleichbarem gehört.

Neben dem verkehrten Feld kämpften unheimlich große Magien darum, die Brücke in Position zu halten. Die Magie war unkoordiniert, wurde von vielen auf die schnelle ausgeübt und behinderte sich zum Teil sogar. Tamel hatte in der Akademie gelernt wie man sich auf andere Zauberer abstimmt… und konnte tatsächlich zu zweit ein Glas Wasser eingießen und umrühren… doch war das hier eine Nummer zu groß für seine Fähigkeiten. Er ging weiter auf den Ernesti-Thrystal-Platz zu, um dort auf eine weitere Barriere zu stoßen. Ein ganzer Trupp Soldaten bewachte diese Barriere und hielt die Menge davon ab, sie zu durchtreten. Die einzigen, die ohne Behelligung eintreten konnten waren offenbar Magier und jeder von ihnen, der von dem Chaos bis hierhin geschoben wurde begann sich in Richtung der Barriere zu kämpfen. Als Tamel die Barriere erreichte winkte ihn einer der Soldaten tatsächlich durch und so betrat Tamel den Ernesti-Thrystal-Platz.

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Wir leben noch!

Soo… und wieder kein richtiger Artikel sondern nur Gerede 🙂 Mal ein Lebenszeichen von mir, zwei Wochen vor der ersten Abiturklausur. Nur noch fünf mal Lernen.. dann ist Weihnachten… nunja… oder so ähnlich. Ich sah gerade in die Statistik und sah: Ihr habt trotz des Schweigens zu uns gehalten! Ich danke euch. Die Arbeit hier scheint nicht umsonst zu sein, und so werde ich mir heute zwischen dem Lernen die Zeit nehmen etwas zu schreiben, ich stelle es spätestens morgen hoch. Wohl nicht so viel wie ihr oder ich uns wünschen würden, aber immerhin etwas 🙂

Einen schönen, strahlungsfreien und strahlenden Frühling wünsch ich euch!

Frank

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Tamel- Auf dem Weg

Tamel

„Meister, was hat das zu bedeuten? Ist das eine Übung? Ein schlechter Scherz? Ein Feh…“

„Nein, Tamel. Es ist genau das, was ich dir während deiner Ausbildung eingetrichtert habe: Drei Impulse… nun gut, es gibt ein Problem. Zwei Impulse… Es ist Ernst… aber ein einziger… das kann nichts gutes heißen.“

Tamel und sein Meister hasteten die Straßen der Feste entlang in Richtung des Zentrums. Er nahm jedes Detail um sich herum wahr, denn er wusste, dass nach diesem Signal alles möglich war, und so hätte es ihn nicht gewundert, wäre eine Horde Dämonen um die nächste Häuserecke gebogen. Sein Meister gebot ihm stehen zu bleiben und legte ihm eine Hand auf die Schulter, während er ruhig sprach:

„Tamel, beruhige dich.“

Der Junge blickte ihn nur verständnislos und etwas gehetzt an.

„Du pulsierst! Dein Eifer in allen Ehren, doch es gibt keinen Grund, alle Magier um dich herum mit einem Wall an Aufladung zu begrüßen.“

Tamel errötete. Er hatte selbst gar nicht bemerkt, wie kurz er davor war, seine Magie zu gebrauchen. Sein Meister fuhr fort:

„Alles, was wir bisher wissen ist, dass es ein Problem in der Magierschule gibt. Sieh dich um, das Leben geht wie gewohnt weiter, nur wir Magier sind betroffen. Außerde…“

Er brach ab. Soeben hatte sich ein Geräusch erhoben, welches Tamels Unruhe ins unermessliche trieb. Der Alarm der Festung begann mit einem tiefen, durchgehenden Brummen alles Lebendige innerhalb der Festung in Aufruhr zu versetzen, es gehörte zum Leben in der Festung die verschiedenen Alarme zu kennen, und das Brummen stand dafür, dass sich jeder so schnell wie möglich in ein Gebäude zurückzieht. Es war eines der schlimmsten Signale für die Einwohner, und die Alten hörten es höchstens zum vierten mal in ihrem Leben. Bisher hieß es zwei Male, dass die Mauern durchbrochen wurden und der Stadtkampf begonnen hatte, ein anderes Mal war es ein ein wahnsinniger Magier der die Festung mit einem Fingerschnippen verwüstete.

Inmitten des Aufruhrs den die panische Masse verursachte fühlte sich Tamel plötzlich, als wäre er von einer Hitzewelle überrollt worden. Er taumelte, fing sich, wandte sich an seinen Meister und verstand sofort, was ihn eben getroffen hatte: Er sah seinen Meister wie noch nie zuvor, nunja… vielmehr spürte er ihn. Nach außen hin sah er nur sehr viel ernster und konzentrierter aus als ohnehin die meiste Zeit, hatte man jedoch ein Gespür für Magie, so merkte man, dass Tamels pulsieren vorhin nur ein Fünkchen war, während sein Meister jetzt derart geladen war, dass es Tamel nicht gewundert hätte, wenn sein Umhang Feuer gefangen hätte. „Bleib dicht bei mir und tu nichts:“ Mit diesen Worten schritt der Meister weiter in Richtung Zentrum, seinen Schüler dicht auf den Fersen.

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Keine Posts? Was ist los?

Wie euch sicher schon aufgefallen ist ist dieses Jahr noch keine neue Geschichte erschienen. Es gab das eine oder andere Hindernis in letzter Zeit, zumal ein weiterer Jahrgang auf das Abitur zugeht (Hurra, die letzten mit 13 Jahren, die wahre Elite) und wir davon nicht zur Gänze unbetroffen sind. Ich hoffe ihr könnt uns dabei verstehen und löscht uns jetzt nicht aus euren Listen oder schlimmer: aus eurem Gedächtnis. Gebt uns eine Chance und schaut in einer Weile noch einmal nach, ich bin sicher die Wogen glätten sich in kürzester Zeit wieder. Oder lasst euch die Artikel direkt per Email zusenden (hier rechts in der leiste). Vorerst einen schönen Start ins Jahr und danke für euer Verständnis.

Sagarina

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Gerede- Sagarinas Aufstieg, Teil 1+Teil2

„… Der Mieter kommt für die rasche Beseitigung des Unrates seines Orks auf fremden Gebiet auf, was hiermit durch eine Mehrheit entschieden ist.“
Seit nunmehr einer Stunde erfolgten Abstimmungen und Diskussionen über die lächerlichsten Themen. Die große Versammlung war auch nicht mehr das was sie mal war… Sagarina grübelte. Sie war in die Regierung gegangen um etwas zu verändern, um die Stadtfestung vorwärts zu bringen. Und nun saß sie da und hörte sich belanglose Diskussionen über Nachbarschaftstreit an. Nunja… immerhin saß sie heute ausnahmsweise in der ersten Reihe… Im Moment stand ein Vertreter der Menschen am Podest. Es war der Mann, der ihr Sarvans Sitzplatz neben sich angeboten hatte. Sehr viel interessanter, als die Entscheidung, die er gerade traf, waren die Diskussionen der Ratsmitglieder. Sie besprachen, wie man diese Versammlung wieder im alten Glanze erstrahlen lassen könnte:
„… Es hat keinen Sinn die Zuschauer ab zu schaffen. Wir müssen dem Volk zuhören, ihm eine Chance lassen, etwas zu bewirken.“ Das war ein Elf. „Unsinn, Ranuk savr!“ Das war Torhac, er hatte schon eine Weile seinen Standpunkt alleine vertreten und ging allmählich ins dauerhafte Fluchen über. „Seht euch die Leute doch an. Das ist nicht das Volk, das sind alles Menschen, noch dazu reiche Menschen. Nicht wenige Zwerge würden gerne dort sitzen, aber nein, Kristalle sind ja nicht erwünscht bei dem korrupten ‚Ohr für das Volk’.“ Die letzten Worte spuckte er verächtlich aus und blickte zu den Elfen herüber. „Werte… … E… Elfen…“ Es fiel ihm sichtlich schwer es auszusprechen. „Ihr selbst solltet doch ein gewisses Interesse daran haben, dass die Völker gleich behandelt werden. Ihr könnt doch nicht glücklich damit sein auf Bäumen zu leben und ignoriert zu werden?“ „Torhac, eure Fürsorge für unser Volk in Ehren, doch solltet ihr euch womöglich erst einmal der Kultur der Elfen widmen, bevor ihr urteilt. Ich biete euch gerne an, mich für wenige Tage zu begleiten.“ Torhac blickte drein, als hätte der Elf ihm angeboten, sich Flügel wachsen zu lassen und das Fliegen zu erlernen. Sein Bart zitterte bedrohlich, er war sich sehr wohl bewusst seiner misslichen Lage. Entweder er stimmte dem Elfen zu… oder schlimmer noch, er nahm an… oder er zeigte gleich in seinem ersten Amtsjahr seine Intoleranz gegenüber den Elfen. Seine beiden Zwergenbrüder sahen ihn an. Er wusste, er würde von ihnen keine Hilfe erwarten. Sie waren stets diplomatisch genug geblieben, um nicht in diese Falle zu tappen. Zu aller Überraschung meldete sich Sagarina erstmalig zu Wort. Sie hatte bis jetzt nur gelauscht, und so ruckte selbst der Kopf der Elfen etwas schneller zu ihr, als er es sonst tat. „Vielleicht…“ sie räusperte sich. Jetzt, wo sie die acht wichtigsten Personen in dieser Festung ansahen wurde sie wieder nervös. Es war genau so, wie vorhin. Als sie ihnen von Sarvans verbleib berichtet hatte. „Vielleicht wäre es sinnvoll, das Volk auf andere Weise anzuhören.“ Sie schienen nicht zu verstehen. Torhac, froh über die Ablenkung, fragte mit einem Seitenblick auf den Elfen nach. „Eine.. andere Weise… was meint ihr damit, Saganira?“ Sagarina ignorierte seinen Versprecher. „Ich meine… man könnt Leute anwerben um…“ „Sie kommen.“ Larna fiel ihr ins Wort. „Du hast recht, ich höre sie auch.“ Der dritte Elf, bisher stumm, stimmte ihr zu, was die Verwirrung bei den Zwergen und Menschen perfekt machte. Einer der Zwerge murmelte etwas in seinen Bart… vermutlich einen Fluch… und fragte dann gereizt „Wovon redet ihr?“ Das rätselhafte Gehabe der Elfen brachte ihn noch mal zum Glühen wie sein eigener Schmiedeofen. „Die Soldaten, sie stehen gleich vor den Türen. Ich höre sie marschieren.“ An Sagarina gerichtet fuhr sie fort: „ Sagarina, wir besprachen das Vorgehen vorhin, als ihr bei dem Kommunikationsmagier gewesen seid. Wir wissen noch immer nicht, was das draußen los ist, und ob das Volk überhaupt etwas davon wissen sollte. Wir neun verlassen den Saal, während die achtzehn Hohen die Sitzung wie gewohnt weiter zu führen suchen. Wir hatten solch eine Situation noch nie, wissen also auch nicht wie die Leute reagieren, wenn wir gehen. Deshalb die Soldaten.“ Sie reichte ihm erneut eine Regierungskette „Hängt sie euch um, mich wird man auch so als Ratsmitglied erkennen. Sie ist nötig, um durch etwaige Absperrungen zu gelangen, solltet ihr den Anschluss an uns verlieren.“ Sagarina war irritiert. Plötzlich war sie ein Teil des hohen Rates, wenn auch kein echtes. Doch sie hatte keine Zeit darüber nachzudenken, denn in diesem Moment öffnete sich die Tür der Halle. Ein kleiner Trupp Soldaten betraten den Raum, in dem jetzt heftiges Stimmengewirr anhob. Sie marschierten die Treppe herauf, an deren oberen Ende die Ratsmitglieder und Sagarina sich fertig zum Aufbruch machten. Die Soldaten nahmen sie in die Mitte und führten sie in hastigem Tempo wieder die Treppe herab. Sie waren fast am Tor angelangt, da erhoben sich einige der Leute in den hinteren Reihen und versuchten sie auf zu halten. Verärgerte Kaufmänner, die für den Eintritt zahlen mussten riefen etwas von Betrug, während die Soldaten sich vorsichtig, und doch mit gepanzerten Ellbogen einen Weg bahnend bis zur Tür arbeiteten. Vor der Tür warteten weitere Soldaten, sie stürzten sich auf die Tür, sowie der Rat hinaus war, um sie vorerst zu schließen und die Menge zur Ruhe kommen zu lassen. Sagarina schien das alles unwirklich. Erst schlug die Situation zu Lärm und Chaos um, nur um im anschluss einer Stille zu weichen, die unnatürlich schien. Die Tür verschluckte jegliches Geräusch der Menge im Raume wegen eines Zaubers, der vor unliebsamen Lauschern schützen sollte. So stand sie nun leicht irritiert vor der Tür, ließ sich von den Soldaten zur Seite schieben, wenn sie im Weg stand. Die drei Elfen schienen weniger beeindruckt. Sie klärten hastig mit den Soldaten deren weiteres Verfahren ab, bevor sich der hohe Rat auf den Weg machte, hinaus aus dem Regierungsgebäude und hinein in das normale Leben der Festung…

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Frohe Weihnachten

Weihnachten… ein Tag der Besinnung… des Gebens und Nehmens… und der Familie… Heute nehmen wir uns die Zeit, in der Welt außerhalb Thrystals zu leben, jedoch verspreche ich, in den nächsten zwei Feiertagen etwas zustande zu bringen… Lasst euch überraschen^^

Martin und ich wünschen euch noch eine schöne Weihnachtszeit und viele Geschenke 🙂

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666 Leser… Die Pforte zur Hölle

Die Feier war voll im Gange. Mernon hatte, als er von Lorans wiedererworbener Fähigkeit ein Fest ausgerufen, um den Göttern zu danken. Nach anfänglichen Zweifeln, schließlich war Mernon noch jung und nicht angesehen, strömten die meisten Elfen herbei um sich in den göttlichen Riten und religiösen Tänzen zu verlieren. Im Moment waren die Elfen fast zur Gänze um einen Baum versammelt, in dessen Krone einer der Weisen saß und alte religiöse Verse vorsprach, welche die anderen Elfen ihm nachsprachen:

„…Deinen Segen, Varnisort

Bringt den Regen, Immerfort

Treibt das Leben

bringt uns Streben

von Varnina bis Alarol…“

Bei diesen Worten spürte Mernon, wie ihm Wellen der Trauer entgegenschlugen. Im meditativen Rausch bildeten die Seelen der Elfen fast ein Kollektiv. Jeder spürte, was der Nächste spürte, und die Gebete wurden als Einheit gesprochen. Varnina und Alarol waren Namen der zwei wichtigsten Elfenstädte. Sie waren nach den Göttern Varnisort und Alarea benannt, hatten deren Segen jedoch offenbar verloren. Varnisort war der Ort, an dem die Dämonen die Elfen entdeckten und erfuhren, wie sie das spätere Massaker in Alarol anrichten konnten. Heute waren sie das Symbol für Rache. Für die gnadenlose Blutrache, welche die Elfen eines Tages erzwingen würden, ihrer geschändeten Natur und Familie wegen. Der Weise sprach weiter, jedoch konnte Mernon ihm nicht folgen. Etwas hielt ihn von der Trance ab… Loran hatte sich den anderen Elfen angeschlossen, wirkte jedoch abgelenkt. Mernon wurde nun auch von seinen Gedanken abgelenkt. Einer der Weisen, Karlin, sprach ihn unvermittelt an: „Mernon, als ich hörte, wer das Kal’arel ausrief, war ich überrascht. Du weißt, wie jung du bist.“ Mernon wollte etwas erwiedern, Karlin unterbrach ihn jedoch mit einem jener strengen Blicke, die man nur nach dreihundert Jahren Lebenserfahrung beherrschte. Karlin war alt. Er war sogar für einen Ältesten alt. So alt, dass er den Untergang Alarols mit einem Bogen in der Hand erleben musste. „Ich mache dir keinen Vorwurf. Sieh dich um. Hätte das Kal’arel nicht sein sollen, hätten die Götter es verhindert. Doch offensichtlich wünschten sie es so. Du bist dir doch sicher klar, was nun von dir erwartet wird?“ Mernon blickte ihn an, und fragte sich was er meinte. Etwas musste ihn verraten haben. Karlin nahm eine distingierte Haltung ein und überspielte seine Entrüstung: „Du weißt natürlich, dass der Kalar, also der Ausrufer, welcher du bist, eine Vision der Götter zu erfahren hat.“ Mernon erinnerte sich an Geschichten, er selbst war bisher stets zu tief in der Meditation versunken, um etwas derartiges mit zu bekommen. Karlin holte eine Knöcherne Pfeife aus seinem edlen Gewandt wies Mernon an, ihm in ein Zelt in der Nähe zu folgen. Als sie darin ankamen, sie waren allein, reichte Karlin Mernon mit einer äußerst aufwändigen Zeremonie die zu Mernons Überraschung schon entzündete Pfeife. Mernon nahm sie entgegen. Er wusste nicht woher, aber er spürte, was zu tun war. Er vollzog einen ähnlich aufwändigen Tanz mit der Pfeife, bevor er sich niedersetzte, um den Rauch der Kräuter, und was auch immer in der Pfeife war, einzuatmen. Entspannung machte sich in seinem Körper breit. Er sah noch, wie Karlin mit Amuletten hantierte, verlor jedoch bald das Bewusstsein.

Der Himmel war schwarz. Auch der Boden war von der Schwärze verbrannten Grases gefärbt. Mernon flog über einem Tal, das nach nichts anderem als Tod roch. Keine Bäume, kein Grashalm, keine einzige Seele, die Mernon auch nur im Entferntesten spüren könnte. Wobei… etwas war dort… aber es fühlte sich dermaßen falsch an, dass Mernon es lieber ignorierte. Unter ihm im Tal war eine beeindruckende Festung aus Material gebaut, das Mernon unwirklich schien in seiner Spiegelnden Schwärze. In dieser Festung herrschte Reges Treiben, Mernon schwebte, er wusste nicht wie, er tat es einfach. Tiefer herab, um zu erkennen wer oder was dort unten lebte. Als er es sah, wallte Wut und Angst in ihm auf. Es waren Dämonen. Wiederliche, mit Hörnern und Klauen besetzte Dämonen, kleine dumme Gargoyls die Dienstleistungen für die größeren Scheusale erledigten. Und alle schienen sie zum Krieg gerüstet. Sie warteten offenbar auf etwas. Mernon wagte sich näher heran, und hoffte, keines dieser… Dinger würde aufsehen und ihn erblicken. Sie alle blickten immer und immer wieder in Richtung der Mitte der Festung. Dort stand, wie Mernon erkennen konnte, ein riesiger, metallener Torbogen, welcher in seinem Durchgang merkwürdig lila pulsierte. Ein plötzliches Brüllen ließ Mernon unwillkürlich höher fliegen. Es galt jedoch nicht ihm, sondern dem Bogen. Die lila Schicht die ihn erfüllte pulsierte immer schneller und begann leicht zu glühen. Mernon starrte wie gebannt darauf. Nach einiger Zeit dieses Spektakels erschien in dem Bogen ein Fuß. Ihm folgte ein Bein, und schließlich schritt ein ganzer Dämon aus dem Portal heraus. Ihm folgten hunderte und aberhunderte der Bestien in Formation. Erst die kleinen, dummen Gargoyles, und dann zunehmend größere Wesen. Nachdem die Flut der Wesen für eine Weile verebbt war, begannen die Dämonen in der Feste rythmische… Geräusche von sich zu geben. Sie Brüllten und stampften, zuckten synchron mit ihren Gliedern und Mernon erkannte einen Moment lang eine abstruse Perversion der elfischen Meditationen in den Bewegungen der Dämonen. Das Portal begann erneut zu pulsieren. Diesmal heftiger. So heftig, dass die ganze Festung zu pulsieren schien. Aus dem Portal schob sich ein einzelner, gedrehter Balken von der Größe eines Baumes. Ihm folgte ein zweiter und dann, zu Mernons Entsetzen, die Oberseite eines Kopfes. Das waren keine Balken… das waren Hörner. Das Portal schien sich zu weiten. Es dehnte sich immer weiter aus. Mernon wünschte sich, es würde platzen und mitsamt dem grotesken, gigantischen Ding, welches sich quälend langsam hindurchzwängte, verschwinden. Als Kopf und Hals sichtbar waren, sah das Wesen sich um und grinste die in Extase taumelnden Dämonen an. Dann schaute er gen Himmel. Besser gesagt, er blickte direkt in Mernons Augen. Mernon hörte seinen Bruder schreien, während die Welt auf einen Schlag so hell wurde, dass Mernon nichts mehr sehen konnte.

Und er erwachte.

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Die Aufführung des Schicksals Teil 1 – Isaac der Psioniker

Es passiert beim Hauptregierungssitz!
Sie haben den Ernesti Thrýstal Platz gesperrt.
Kann nicht sehen was passiert.
Viele Magier rennen zur Regierung.

Isaacs Bewusstsein lag wie eine Decke über der Feste, während er im Netz war. Die kollektiven Gedanken, die er dort fand, waren beruhigend und er genoss es sich dort aufzuhalten. Geistesabwesend bemerkte er, dass Omar in eine Seitenstraße abgebogen war und folgte ihm. Diese Ablenkung unterbrach seine Verbindung zum Netz und als die Kurve geschafft war, ließ er sein Bewusstsein wieder ausströmen.

Wir suchen einen Beobachtungsposten.
Wachen wurden von der Kaserne ausgesandt.
Irgendwas passiert da.

Die vielen hellen Köpfe der Psioniker rätselten immer noch daran, was die Regierung und die Magier so in Aufruhr brachte. Informationen waren wie Gold für die Psioniker und die besten Informationen kriegt man doch immer noch, wenn man dabei ist. Deswegen suchten Omar und Isaac nach einem Beobachtungsposten. Nun ja, Omar suchte nach einem, Isaac sollte nur folgen. Der Plan war es, sich mit anderen Psioniker zu treffen und einen geeigneten Ausguck über den Ernesti Thrýstal Platz zu finden.

Bin zwei Straßen von Omar und Isaac entfernt.
Bin in Position in der Menge vor der Barrikade, nichts zu sehen außer Wachen.
Hab nun die…

BAAM

Ein knacken und ein scharfer Schmerz in Isaac’s Nase, ließ sein Bewusstsein zurückschnellen. Wie schon in Omars Haus, war dies keine Angenehme Erfahrung. Verwirrt hielt er sich seine blutende und wahrscheinlich gebrochene Nase und starrte verblüfft auf die Wand vor sich. Er hatte sich so auf das Netz konzentriert, dass er alles Andere ausgeblendet hatte. Vorbeigehende Passanten murmelten was von zu viel Grog. Omar tauchte neben Isaac auf und half ihm auf die Beine. Immer noch betäubt sah Isaac verdutzt die Wand an.

„Natürlich muss man auch noch auf die Umgebung achten. Macht nichts, jeder Psioniker hat mal seine Umgebung vergessen, aber du bist der einzige, den ich kenne, der sich dabei was gebrochen hat. Hier lass mich mal.“

Omar fasste Isaac an die Schläfe. Der Junge spürte den Geist des Älteren.Wie als ob dieser einen Schalter umgelegt hätte, verschwand der Schmerz in seiner Nase.

„Was hast du…?“
„Nur die Schmerzen in deiner Nase ausgestellt, du wirst es später bereuen, doch wir können uns im Moment nicht um deine Nase kümmern. Es gibt Wichtigeres.“
Isaac verstand.

Kurz nachdem sie weiter gingen trafen Isaac und Omar auf Hager und eien Psioniker namens Olf, mit denen sie ihren Weg gemeinsam fortsetzten. Obwohl immer mehr Leute in der Straße standen, schien es Isaac, als ob alle Platz für sie machen würden. Immer wieder gingen Leute ohne offensichtlichen Grund beiseite. Dadurch kamen sie recht schnell an dem Gebäude an, welches von anderen Psioniker empfohlen wurde. Es war eines der höchsten in Thrýstal. Es stand im inneren Ring und man hatte angeblich einen guten Ausblick auf den gesperrten Bereich. Gemeinsam betraten sie das Haus. Im Treppenhaus, traf die Gruppe auf eine ältere Dame, die zu Isaacs Überraschung eine mit Nägeln besetzte Keule in den Händen hielt.

„Was im Namen von Lerx macht ihr in meinem Haus?“
Isaac musste beim Namen des Gottes schwer schlucken. Omar schien diese Aussage nicht zu beeindrucken, noch weniger die Keule.
„Wir sind Dachdecker, wir wurden von der Regierung geschickt um alle Dächer um den Ernesti Thrýstal Platz zu warten.“
Die Dame blinzelte einmal und ließ dann die Keule sinken.
„Warum habt ihr das nicht gleich gesagt, ich habe eine Ewigkeit auf euch gewartet. Die Jugend von heute… nie ist sie pünktlich, kommt hurtig, ich schließe euch schnell die Dachluke auf.“
Isaac gaffte. Wie konnte die alte, vielleicht senile Dame, eine so offensichtliche und dreiste Lüge einfach glauben? Sie sahen nicht mal aus wie Dachdecker. Während sie die Treppen heraufstiegen fragte Isaac telepathisch nach.

„Wie hast du sie überzeugt?“
„Suggestion, erklär ich dir später.“

Auf die Lektion war Isaac schon gespannt.

Das Dach selbst war ein Flachdach. Es bot exzellente Aussicht auf die niedrigeren Gebäude Richtung Stadtmauer. Im Falle einer feindlich Einnahme der Stadt hätten die Bogenschützen auf diesem Dach eine bessere Position gegenüber Jenen der Eindringlinge, die auf den Häusern näher an der Stadtmauer standen. Von der Seite gesehen wirkte Thrýstal wie eine Pyramide, je weiter man in die Mitte blickte, umso höher wurde sie. Die Spitze bildete das Regierungsgebäude und genau dort schaute Isaac jetzt hin. Der Ernesti Thrýstal Platz war ein Ring um die Regierung. Hier tummelten sich viele Magier, leicht erkennbar an den verschiedenfarbigen Roben. Die waren aber eher uninteressant. Das Interessante fand in der Luft statt. Die Verbindungsbrücke zwischen der Regierung und der Akademie der Magier sackte gefährlich. Anscheinend hatte irgendein Zauber, der die Brücke hielt, versagt. Nun verstand Isaac die Aufregung. Diese Brücke, eines der Bauwunder in Thrýstal, aus einem Material gebaut, welches Isaac nicht kannte und das bunt im Licht strahlte, drohte einzustürzen und die Magier unter ihr zu zerquetschen.

„Daher also die Aufregung“, sprach Omar.
„Und nun?“
„Nun Isaac, warten wir und genießen die Aufführung, die uns das Schicksal bietet.“

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