Ein interessanter Abend

„Das sollte es gewesen sein.“ Der alte Serg atmete schwer. Er war nicht mehr der Jüngste und war es einfach nicht gewohnt, so lange auf den Beinen zu sein und Regale zu schleppen. Dafür waren ja schließlich die beiden Anderen, Katarina und Morn da. Serg saß meistens am Eingang, begrüßte die wenigen Besucher und beriet sie, wo sie mit ihrer Suche beginnen sollten. Grund für die Anstrengung waren eine Anomalie und ein unfähiger Zauberer, die die Bibliothek heute Morgen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Kopf gestellt hatten. Doch nun war alles wieder beim alten, sodass Katarina und Morn sich auf den Heimweg machen konnten, Serg die Bibliothek überlassend.

Es fiel ihm schwer. Doch konnte er noch nicht heimkehren und seine müden Knochen ausruhen lassen, denn er hatte heute die Nachtschicht- nicht, dass sich jemand des Nachts in die Bibliothek verlaufen würde- doch man hatte ja schließlich jederzeit geöffnet, damit Wissen allen Bewohnern der Festung zugänglich war. Doch Serg störte sich nicht daran. Er wünschte Katarina und Morn einen schönen Restabend, als sie sich in den Regen stürzten, um zu ihren Familien zurück zu kehren. Als sie weg waren holte er sein Buch unter dem Tresen hervor und wollte es sich gerade bequem machen, als eine Gestalt die Tür der Bibliothek öffnete.

Gegen die Dunkelheit der Nacht konnte Serg kaum etwas mit seinen alten Augen erkennen, doch musste es bestimmt Morn sein, der etwas vergessen hatte.

„Morn, bist du das?“

Die Gestalt trat in das Licht, und Serg entglitten die Züge für einen Moment vor Überraschung. Im Schein der Lampen stand ein Elf. Er war es gewohnt, Menschen zu bedienen, ab und an schaute auch mal ein wissbegieriger Zwerg hin die Bibliothek hinein, doch einen Elfen hatte Serg noch nie hier angetroffen. Er fing sich wieder und nahm den unverbindlichen Tonfall eines Bediensteten an:

„Ich grüße euch, kann ich euch helfen? Gewiss werde ich euch einiges Suchen ersparen können, jetzt, da die Nacht hereinbricht. Und vor allem bei dem Wetter werdet ihr sicher froh sein, eure Begehr nach wissen schnell befrieden zu können.“

Der Elf sah ihn an, und es schien fast so, als wüsste er nicht, wie er reagieren sollte. Woher auch. Die meisten Elfen blieben eher unter sich, wenn es sich einrichten ließ. Er antwortete jedoch mit einer schlichten Freundlichkeit in der Stimme:

„Ich danke euch, doch werde ich vorerst für mich auf die Suche gehen. Doch sagt mir, wie lange ist mir der Aufenthalt gestattet?“

„Die Bibliothek ist jederzeit geöffnet. Bleibt, solange es euer Begehr ist. Ich werde euch eine Lampe bringen.“

Der Elf nickte und wandte sich nach kurzem Zögern dem Raum zu, in dem die Bücher waren und verschwand dort. Als Serg ihm später die Lampe brachte saß er gerade über einem Buch über Grammatik. Als er zurück zu seinem Platz im Eingangsraum kehrte ließ er seine Gedanken schweifen. Das könnte eine interessante Nacht werden. Ein Gewitter, eine neue Ordnung der Bibliothek und vor allem Anderen ein Elf, der sich für Grammatik interessierte.

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Umbau

Die Geschichte wird immer länger und länger und die Seite bekannter.

Aus diesem Grunde stehen nun einige Umbauten an, darunter die Aufteilung der Seite „Die ganze Geschichte- Chronologisch geordnet“. Die Ladezeit für die Seitevor allem beim Bearbeiten wird immer länger, sodass wir beschlossen haben, die Kapitel als selbstständige Seiten zu machen, sodass ein gewisses Maximum nicht überschritten wird. Mit dieser Aufteilung erfolgt auch die dritte vollständige Überarbeitung der Geschichte, damit sie irgendwann fehlerfrei und noch besser lesbar wird. Solch eine Überarbeitung nimmt natürlich ihre Zeit in Anspruch. Sollte ich also heute nicht dazu kommen, die nächste Geschichte zu veröffentlichen, seht es mir bitte nach. Ich werde mein Bestes geben, es dennoch zu schaffen.

Eine weitere Änderung wird die Veröffentlichung der Gesamtgeschichte als Pdf-Datei sein, damit sie für euch besser zugänglich und lesbar ist, sowie, in fernerer Zukunft die Vertonung der Geschichte.

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Isaac’s neues Zuhause – Teil 1

Die Gruppe der Psioniker verließ das Haus. Die Allgemeine Stimmung war niedergeschlagen, nachdem sie die Katastrophe beobachtet hatten. So viele Menschen, die in einem einzigen Augenblick einfach nicht mehr waren…

„Wenigstens hat der Zwerg es überlebt…“, versuchte Hagen verzweifelt die Stimmung zu heben. Ja, der Zwerg hatte überlebt. Nachdem der Zauber, der in der Luft gehalten hatte aufgehört hatte zu wirken, konnte ein anderer Magier in gerade noch so auffangen. Isaac trauerte still mit den anderen mit. Es war unwahrscheinlich, dass er einen der Verstorbenen gekannt hatte, aber er hielt es für herzlos, nicht der verlorenen Seelen zu gedenken. Einer nach dem Anderen verließen die Psioniker die Gruppe bis es nur noch Omar und Isaac waren. Gemeinsam betraten sie Omar’s Haus. Dieser zeigte Isaac das Zimmer in welchem er ab sofort wohnen würde, bis er selbst sich eine Wohnung leisten könnte. Er sprach es nicht aus, weder mit seinem Mund, noch geistig, doch wunderte Isaac sich Insgeheim wie es ihm jemals gelingen sollte mit seinen psionschen Kräfte einen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch der tag war anstrengend gewesen und so schlief er ohne weiter darüber nachzudenken ein, kaum hatte er sich auf das Bett fallen lassen.

Der nächste Morgen brachte Regen. Isaac hörte ihn gegen das Haus fallen. Langsam stand er auf und suchte nach seinen Klamotten. Angeekelt musste er feststellen, dass er noch immer dieselben Sachen trug,  mit denen er auch von zu Hause abgehauen war. Es erschien ihm, als wäre er schon ein Jahr lang weg. Fort von seinen Eltern, von den Gottesdiensten für Lerx und dem Zwang, Eifer zu mimen. Seine Tagträumerei wurde von einem widerwärtigen Geruch unterbrochen. Er stank wie ein Ork. Mit gerümpfter Nase verließ er sein Zimmer auf der Suche nach Omar, Frühstück, frischen Kleidern und vor allem nach einem Bad.

Omar war nur allzu glücklich Isaac zu einem Bad zu verhelfen, nachdem er ihn gerochen hatte. Bei den Kleidern scheiterte es aber. Omar hatte keine Sachen in seiner Größe. Daher wurden seine schmutzigen Sachen kurzerhand mit gewaschen. Solange sie trockneten gab Omar Isaac einer seiner Bademäntel. Er war viel zu groß für ihn doch würde er fürs Frühstück genügen, so meinte er.

Nachdem Isaacs Magen endlich gefüllt war. Lehnte er sich zurück und sah Omar an.
„Was nun?“
Omar kaute noch in Ruhe zu Ende bevor er antwortete.
„Nun, werden wir dir erst einmal ordentliche Kleidung besorgen. Deine Sachen sind zu nichts mehr zu gebrauchen. Man kann sich ja gar nicht mit dir sehen lassen. Außerdem werden wir mit deinem Unterricht fortfahren.“
Isaac nickte.
„Und was ist mit gestern?“
„Was soll damit sein?“
„Was wird nun passieren mit der Brücke und was hat uns eigentlich dazu gebracht auf dem Hausdach zu sitzen?“
„Wahrscheinlich werden sie die Brücke wieder aufbauen. Oben waren wir, damit wir wissen was dort passiert ist.“
„Mehr nicht?“
Omar schaute ihn böse an.
„Ich habe eigentlich gehofft, dass du den Vorteil darin sehen konntest, aber ich kann ja auch nicht immer richtig liegen. Irgendwann wirst du es verstehen.“
Die Antwort traf Isaac unvorbereitet. Er sah den Psioniker an. Dieser aß genüsslich weiter und schien kein weiteres Interesse daran zu haben das Gespräch weiterzuführen. Also seufzte Isaac und stand auf.
„Wo willst du hin?“ Isaac hielt in der Bewegung inne und schaute Omar an.
„Meine alten Sachen holen.“
„Kannst du gerne machen, aber erst einmal…“ Er schmiss das letzte Stück Brot das er hatte in seinen Mund und schluckte es herunter, „Räumst du den Tisch ab und wäscht das Geschirr.“ Mit dieser Aufforderung stand Omar auf und verließ den Raum. Isaac seufzte noch einmal und fing mit der Arbeit an.

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Wie ein Mensch

„Und du… du bist sicher, dass dieses etwas mit dir kommuniziert?“

Loran staunte immer wieder über seinen Bruder. Er hatte Mernon von den Stimmen erzählt. Wider erwarten erklärte dieser seinen Bruder jedoch weder für verrückt erklärt, noch war er in große Sorgen verfallen. Statt dessen hatte er ihn ernst genommen und mit ihm darüber geredet, als wäre es etwas ganz normales dass sein Bruder plötzlich von fremden Kräften angesprochen wird.

„Du weißt ja, wir betrachten uns selbst doch nie-„ er zögerte kurz, dann sprach er weiter:

„vielleicht ist dieser Punkt ja schon immer dort, nur dass-“ Diesmal unterbrach ihn Loran.

„Und wo sollen dann die Stimmen herkommen, wenn nicht von dort? Ich habe es seit ich die Vermutung hege immer wieder überprüft, und ich spüre einfach, dass es von dort kommen muss.“

„Wahrscheinlich hast du recht- vielleicht sollten wir damit doch zu Karlin gehen.“ Schon den ganzen Abend gab Mernon diesen Ratschlag, und den ganzen Abend schon stieß er auf wehemente Gegenwehr Lorans. Er sagte, er wolle das alleine klären, die Götter würden schon ihre Gründe haben. Doch im inneren wussten beide, dass Loran nicht ganz die Wahrheit sagte. Denn Mernon erkannte in dem Verhalten seines Bruders einen Zug, der ganz und gar nicht elfisch war. Vielleicht irrte er sich, doch Loran schien die Sache verkrampft, fast schon so Zwanghaft wie ein Mensch für sich behalten zu wollen. Veränderte sich sein Bruder? Gab es diese Stimmen wirklich? Und das Wesen dahinter?

Loran riss ihn aus den Gedanken, als er sich aufrichtete und sich in Richtung des Elfenhaines wandte.

„Ich gehe schlafen.“ „Aber- Loran, wo möchtest du hin? Es ist verboten, im Hain zu schlafen.“

„Das ist mir gleich. Ich muss es tun. Bitte versuche nicht, mich aufzuhalten.“ Mit diesen Worten schritt er von dannen. Spätestens jetzt musste Mernon einsehen, dass Loran sich ganz und gar anders verhielt. Die Elfen erkannten Regeln an, wenn sie ihren Sinn erkannten. Sie hielten sich daran und waren nicht dermaßen verbohrt, menschlich. Er sah seinem Bruder nach, wie er immer tiefer in den Wald hinein ging um einen Platz zum ruhen zu finden. Als er im Dickicht verschwunden war erhob sich Mernon aus dem feuchten Gras, um sich auf den Weg in Richtung der Lehmhütten zu machen- und darüber hinaus. Denn eines stand fest:

Ruhen würde Mernon diese Nacht nicht.

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Selbstgespräche

„ Wie es Brauch ist, wurde das Kal‘arel  erneut ausgerufen, nachdem ein Wunder geschehen ist. Einer der wenigen, die die innere Sprache beherrschen war dabei, sein inneres Ohr zu verlieren, wie es bei den meisten geschieht.“ Karlin seufzte schwer.

„Doch er hat durch die Macht unserer Götter seine Gabe behalten.“ Die Freude unter den Elfen war deutlich vernehmbar, auch wenn sie sich so sehr zügelten wie immer.

„So schön dieses Geschenk der Götter auch sein mag.“ Sein  Gesicht verfinsterte sich.

„So befürchte ich, dass unser Volk es dringend benötigt. In der Vision des  Ausrufers wird klar, dass eine wichtige, vielleicht die wichtigste Aufgabe seit Generationen auf unser Volk wartet.“ Der Älteste holte tief Luft, bevor er begann, von einer Brutstätte der Dämonen zu reden. Die Elfen hingen an seinen Lippen, jedes Wort verinnerlichend. Alle, bis auf…

Loran konnte nicht weiter zuhören. Die fremden Stimmen in seinem Kopf schrien wieder, und der junge Elf rang um Fassung. Er konnte jetzt nicht gehen. Nicht jetzt, wo Karlin gerade von ihm und von der Zukunft sprach. Es blieb ihn nichts anderes übrig, als es aus zu sitzen. Loran konzentrierte sich auf die Stimmen. Er versuchte auszumachen, wo sie herstammten. Der Lärm den sie verursachten machte es fast unmöglich klar über sie nach zu denken. Der junge Elf wünschte sich, dass sie doch zumindest Leiser wären, wenn sie schon nicht aufhörten. Kaum hatte er diesen Gedanken gefasst, schien es ihm tatsächlich, als würden die Stimmen sich mäßigen. Verstanden sie ihn?

Er war hin und hergerissen zwischen zwei Trieben. Zum einen wollte er nichts mit diesen fremden Geräuschen in seinem  Kopf zu tun haben. Andererseits jedoch, wenn es denn wirklich Wesen waren, die da mit ihm sprachen, dann musste es einen Grund dafür geben, dass sie es taten. Die Neugier packte Loran, und so wollte er etwas versuchen. Er konzentrierte sich abermals auf die Stimmen und versuchte, ihnen, als würden sie ein Baum sein, eine fragende Emotion zu übermitteln. Ein vages ‚wer bist du?‘ oder eher noch ein ‚wie?‘ in einem einfachen Gefühl auszudrücken war momentan nicht schwer für ihn. Viel größer war die Frage, wohin er es schicken sollte? Die Seele der Lebewesen um ihn herum auszumachen war in etwa so schwer, wie sie zu sehen. Doch ein Wesen, welches ihm unbekannt und mit Sicherheit nicht in seiner Nähe war? Das war etwas Anderes.

Das Problem schien nicht lösbar. Wohin er auch fühlte, er stieß stets an den euphorischen Geist eines Elfen, und einmal, so schien es ihm, auch an den Karlins, denn dieser Geist war deutlich mächtiger, und er schien Lorans Berührung zu spüren, denn er sandte ein ablehnendes Gefühl aus. Schnell zog sich Loran zurück. Erst hierbei erkannte er, was er die ganze Zeit falsch machte. Beim schnellen Zurückziehen seines Geistes hatte er das Gefühl unterwegs etwas berührt zu haben, was sonst nicht dort war. So begann er nun, die Grenzen seines eigenen Geistes abzutasten. Es überforderte ihn fast, denn das innere Ohr war nicht dazu geschaffen, Objekte um sich herum zu untersuchen, geschweige denn sich selbst. Noch nie hatte er es zu anderem benutzt als um Kontakt zu einer Seele auf zu nehmen, die unmittelbar erreichbar war. Nach einigem Bemühen erkannte Loran jedoch, woran er gestoßen war. Es war, auf einen winzigen Punkt reduziert etwas seelenartiges, direkt IN Lorans Seele, jedoch nicht dazu gehörend. Er erschrak, und noch erschreckender war, dass ihm eine erschrockene Emotion zugesandt wurde.

Er sah sich um. Kein Elf beachtete ihn… und doch hatte ihm gerade eindeutig ein Elf eine Gefühl gesandt. Außer… konnte es möglich sein? Er konzentrierte sich abermals auf sich selbst und dachte an ein Bild. Im selben Moment empfing er das Bild. Er führte Selbstgespräche. Das das möglich war, war vollkommen neu für ihn, und er bezweifelte fast, dass selbst Karlin es wissen könnte. Doch hatte er wichtigeres zu tun, als darüber nachzudenken, was der noch immer prophezeiende Karlin wusste. Gerade als er sich erneut dem ätherischen Etwas in seinem Inneren zuwenden wollte, fühlte er von eben dort, dass das Wesen, was auch immer es war, ihm zu antworten versuchte. Offenbar hatte es seine Selbstgespräche mitbekommen…

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Neuer Name, alter Autor

Wie ihr seht, heiße ich von jetzt ab Frank, und nicht mehr so wie mein erster Charakter, Sagarina. Der Grund hierfür ist nicht, dass ich mein Geschlecht plötzlich geändert hätte, sondern vielmehr, dass ich Anfangs schlichtweg unfähig war, mit meinem Account um zu gehen. Ich bitte an dieser Stelle um Verständnis.

Ansonsten wünsche ich euch heute Nachmittag viel Spaß mit dem ersten Teil von

Kapitel 3!

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Kapitel 3… Ein weiterer Schritt

Wir sind weit gekommen seit diese Seite geboren wurde. Es wurden über 23.000 Worte publiziert. Außerdem haben wir Leser wie euch, die diese Geschichte genießen. Da ihr euch die Geschichte von unseren Protagonisten immer wieder antut, wollten wir uns herzlich bei euch bedanken.

Wir sind wieder an einer Stelle in unsere Geschichte angekommen, an welcher wir den Vorhang kurz schließen und die Bühne umbauen. Manche Sachen wurden im letzten Kapitel beendet. Neue fangen dafür in diesem an. Es bereitet mir viel Freude, den Vorhang wieder öffnen zu dürfen und ich präsentiere euch nun: Kapitel 3

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Anfang und Ende

„Ist er… ist es vorbei?“ Auf dem ganzen Thrýstal-Ernesti-Platz stellten sich Leute die gleiche Frage. Kaum einer wagte es hin zu sehen, aus Angst vor dem, was sie dort sehen würden.

„Was zum…“ Das war die brummende Stimme Argoshs, welcher neben Tamel stand. Der Zwerg hatte es gewagt nach seinem Zwergenbruder zu sehen, und staunte nicht schlecht. Worüber wurde Tamel sofort klar, als auch er es wagte, zum Zentrum des Platzes zu sehen: Etwa einen Meter über dem Boden schwebte der unversehrte Rondrak über dem Boden, aufgefangen von ein paar Zaubersprüchen. Er stand förmlich dort oben, als hätte ihm jemand einen unsichtbaren Boden unter die Füße geschoben. Man sah ihm auf die Ferne an, dass ihm diese Schwebe noch immer nicht geheuer war. Aber jetzt, wo er zumindest das Gefühl von festem Boden unter den Füßen hatte, lachte er plötzlich lauthals los, amüsiert über das erschrockene Gesicht der Umstehenden, wohl froh, noch am Leben zu sein. Der Magier, wer auch immer es war, ließ ihn behutsam herabschweben, woraufhin Tirk, Torhac und Rondrak zu ihm liefen, um ihn in Empfang zu nehmen.

Rondrak war dermaßen erleichtert, endlich wieder mit den Füßen auf Stein zu stehen, dass er sich auch nicht daran störte, von der Oberrobe Tirk genauso herzlich wie von den anderen beiden Zwergen umsorgt zu werden. Wie in einer Blase, die ihn von der Welt abschirmte ließ er sich von ihnen zu einer Gruppe Menschen bugsieren. Aus dem schnellen zwergischen Gerede seiner Brüder, er merkte gar nicht wie hochrangig sie waren, hörte er nur Fetzen wie „Den Magiern dankbar“, und das auch nur weil diese Satzkonstruktion auf Zwergisch praktisch unmöglich war und somit sehr merkwürdig klang. Ansonsten war Rondrak taub für die Welt um ihn herum. Bis…

„Hey! Ich habs, ich hab‘ die Lösung!“ irgendwo aus der Menge schallte ein Ruf, gefolgt von aufgeregtem Gemurmel. Dann herrschte Stille.

Ein Knarren erschallte, und der Blick aller wandte sich gen Himmel. Ein weiteres Knarren war zu hören, gefolgt von einem Ohrenbetäubenden Krachen, als die Brücke in ihrer Mitte zerbrach. Der Lärm der Steine, die auf Hausdächern, an Wänden und auf dem Platz einschlugen wurde nur noch übertönt von der Panik, welche sich schnell auf dem Platz breitmachte, und sich von dort auch durch die Barrieren nach außen verbreitete. Massen von Menschen strömten auf die Barrikaden zu, und es gab nicht wenige die drohten, totgetrampelt zu werden. Überall waren sphärische Klänge zu hören, als die magischen Schutzschilde mancher Magier unter den enormen Belastungen regelrecht Zersprangen. Tamel hüllte seine Schützlinge in eine behelfsmäßige Blockade aus gehärteter Luft, welche die Menge daran hindern sollte, sie zu überrennen. Das Ergebnis war eine Art Seifenblase, die sich schnell auf Beührungen hin eindellte und kaum dem Druck, den die rasende Massenpanik ausübte, standhielt. Doch waren seine Bemühungen nicht umsonst. Andere Magier hatten es ihm gleichgetan, und so bewegten sich mehrere Gruppen aufeinander zu, bildeten größere Gruppen. Manche waren, wie Tamels Gruppe, durch einen sichtbaren Schild geschützt. Dieser konnte, je nach Element verschieden aussehen, beispielsweise gab es einen aus kalten Flammen. Andere, das mussten jene der Defensivmagier sein, waren nicht zu sehen außer dadurch, dass eine Lücke innerhalb der Menschen war. Schilde verschwanden oder verbanden sich, wenn zwei Magier sich zusammentaten, und so dauerte es nicht lang, bis Tamels Gruppe, die am Rande des Platzes in Sicherheit stand, bald zulauf erhielt und Tamels ‚Angstblase‘, wie ein Magier sie spöttisch nannte, nicht mehr nötig war, da eben dieser Magier eine rosa schillernde Kugel um sie herum beschwor, in welcher sie ausharrten. Wie der Jungmagier bemerken musste, hatte einer der Magier die nichtmagischen Mitglieder der Gruppe in eine Bewusstlosigkeit versetzt. ‚Vermutlich ist es besser so, für sie und für uns‚ dachte Tamel. Dennoch, er mochte es nicht, auf solche Weise in das Leben der Nichtmagier einzugreifen.

Endlich herrschte Stille. Stille, nachdem alle Steine dem Aufruf der Schwerkraft gefolgt waren und ihren neuen Platz gefunden hatten. Stille, nachdem das Rieseln des Staubes aufgehört hatte. Diese Stille hielt nur ein Herzschlag lang an. Dann kam ein erster Schrei, gefolgt von einem weiteren. Die erste Person fing an sich zu bewegen und kurz darauf verfiel alles erneut in Chaos. Heiler rannten hin und her und versuchten die schreienden Verletzten zu besänftigen. Tamel riss sich zusammen, verließ seine Gruppe und fing an nach Überlebenden zu suchen. Für die Meisten war es zu spät. Viele wurden von schillernden Brocken erwischt die viel größer waren als sie selbst. Einer von ihnen lebte, war jedoch nicht mehr zu retten und Tamel erlöste ihn von seinen Qualen. Danach stand er auf und sah sich um. Die Situation geriet halbwegs unter Kontrolle. Viele Heiler waren unterwegs und kümmerten sich viel effektiver um die vielen Verletzten, als es sich Tamel jemals hätte erträumen können. Gerade als er sich erschrocken fragte, wo sein Meister war fühlte er eine bekannte Aura. Zielsicher drehte Tamel sich um und ging auf sie zu. Er merkte, dass er auf einen großen Stein zuging und es breitete sich ein Gefühl des Grauens in ihm aus.  Es durfte nicht sein. Er stand vor dem Stein, welcher ungefähr so groß war wie er selbst und ging langsam um ihn herum. Auf der anderen Seite, in Richtung Rand des Platzes, fand er seinen Meister. Der Stein verdeckte ihn bis zum Bauch und es war klar, dass er in seinen letzten Zügen lag. Tamel zog seinen Zauberstab und fiel auf seine Knie. Obwohl sein rationaler Verstand ihm sagte, dass er nichts mehr tun konnte, wollte sein Herz es dennoch versuchen.

„Tamel…“, keuchte Meister Helmut.

„Ja, Meister. Ich bin hier. Alles wird gut, du muss dich ausruhen.“  Heiße Tränen liefen über Tamels Gesicht.  „Wir werden…“

„Du sollst nicht lügen, Tamel. Die Rolle, die das Schicksal mir aufgetragen hat, endet hier. Deine jedoch beginnt erst.“ Ein Hustenanfall unterbrach ihn und Tamel sah kleine Perlen Blut aus seinem Mund fliegen und seine sonst so perfekte Robe beschmutzen.  Mit schwacher Stimme fuhr er eindringlich fort: „Ich muss dir noch etwas sagen, Tamel.“

„Alles Meister, ich höre dir zu.“ Die Tränen hatten sich nun in Sturzbäche verwandelt und Tamel konnte seinen Meister gar nicht mehr richtig sehen. Er griff nach seiner Hand und hielt sie fest.

„Du darfst….“ Er holte noch mal tief Luft, „ Du darfst …. niemals…“ Helmuts Augen fanden den Zauberstab in Tamels Hand. Er hustete noch einmal. „Steck ihn Weg… aber du darfst nicht…“ Die strengen Augen, die Tamel so oft mit missbilligend angesehen hatten, verloren in diesem Moment ihr Licht und wurden leer. Der letzte Atemzug verließ seine Lungen und Meister Helmut trat die letzte Reise an… Fort…

Tamel schloss mit zitternden Händen die Augen seines Meisters, seines Mentors und seines Adoptivvaters. Er saß eine Weile nur da und sah einfach nur weinend auf dessen körperlichen Überreste. Dann schrie er seine ganze Trauer in den Himmel und warf seinen Zauberstab mit aller Wucht von sich weg.

Der Schrei machte nun die Anderen auf ihn aufmerksam. Er hörte nicht die Stimmen, wie sie ihm unwichtige Worte des Trosts sagten. Er sah nicht die Heiler, die seinen Meister für tot erklärten und  fühlte auch nicht die Hände, die ihn wegzogen. Alles was er spürte war die Leere, die sich von seinem Innersten her in ihm ausbreitete.

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Ein guter Plan

Sarvan hatte es geschafft, Argosh endlich wieder zu besänftigen. Kaum waren sie durch die Barriere gelangt hatte er losgelegt, über Magier her zu ziehen, und darüber, dass Sarvan kein Recht habe, den Befehl zu geben den hohen Rat auszuschließen. Zu seiner Verblüffung, und zu der aller Anderen, begann der Magier in der Sprache der Zwerge zu reden, sodass die drei anderen Menschen nicht verstanden was er sagte. Doch offensichtlich schien es zu funktionieren, und so schwieg Argosh zumindest lange genug, damit Sarvan ihnen allen die Situation erklären konnte.

„Ich konnte euch nicht einlassen, da ich selbst nicht wusste, wie gefährlich die Situation denn nun ist. Um ehrlich zu sein, wissen wir es immer noch nicht. Alles was ich zum Zeitpunkt des Befehls wusste war, dass die Brücke am einstürzen war und dass ein kleiner Notfalltrupp Magier sie intakt hält, während so ziemlich das Gesamte Amt für Anomalien eben diese Brücke benutzte, um einen möglichst kurzen Weg und möglichst wenig Kontakt mit der Bevölkerung zu haben. Die Hälfte des Notfalltrupps liegt meines Wissens nach inzwischen im magischen Koma, während der Rest versucht, sie wieder zusammen zu flicken. Desweiteren-„ Er unterbrach sich, denn ein Soldat und ein Magier in brauner Robe kamen zu ihnen. Einen Moment lang schien sich Sarvan über etwas zu ärgern. Doch dann gab er dem Soldaten die Anweisung seinen Posten ein zu nehmen und fuhr fort:

„Wie ich schon sagte, ist die Situation noch immer nicht ein zu schätzen, von daher ist meine Hilfe vonnöten. Dieser Magier-“ er schaute fragend zu ihm, woraufhin dieser schnell sagte: „Tamel“

„Also Magier Tamel wird euch so lange über den Verlauf und die Bedeutung der Dinge informieren, es handelt sich vermutlich um eine intrastruose, ponduzentrische Verschiebung von-“ er sah die fragenden Gesichter der Nichtmagier und unterbrach sich.

„Wie auch immer, ich werde dann mal sehen, was ich tun kann.“ Er wandte sich mit wehender, weißer Robe ab, und rief ihnen noch zu: „Und mischt euch ja nicht ein!“

Nun standen sie da. Sagarina, Bernolt, Theodor und Argosh, und starrten erwartungsvoll Tamel an. Er starrte zurück. Nach einem Augenblick fasste er sich und erinnerte sich scheinbar an den Auftrag, den er soeben erhalten hatte. „Mit welchem Wissen darf ich euch behilflich sein?“ er war nervös, schließlich stand er scheinbar dem hohen Rat gegenüber. Einen Moment lang schwiegen sie alle, doch dann begann der Zwerg, zu sprechen:

„Erklär mir erstmal, was es mit diesem instruktösen Verschiebungskram auf sich hat, Ibn Sknar-“ Das war ein Fluch, hoffte Tamel. „Ihr Magier müsst auch immer alles unnötig verkomplizieren.“

So waren also Zwerge. Stets direkt und ungehobelt, wie es in Tamels Büchern stand. Doch war es nicht seine Aufgabe, Zwerge zu beobachten und so antwortete er mit der Gehorsam, welche er in der Akademie erlernt hatte:

„Die Brücke ist im Großen und Ganzen eine Zwergenkonstruktion, nur dass die Säulen in der Mitte fehlen, um sie zu stützen. Da für diese einfach kein Platz war wurde stattdessen ein Feld unter der Brücke erschaffen, in welchem die Erdanziehung umgekehrt wird, die Brücke also nach oben gedrückt wird. Nun kann es, vermutlich durch eine Anomalie dazu gekommen sein, dass sich die magischen Strömungen verschieben, oder sogar umkehren. Das würde heißen, dass entweder eines der verankerten Enden von seiner Verankerung abgehoben oder aber die Mitte zusätzlich zum Boden gezogen werden würde.“ Das alles strömte aus Tamel heraus, wie aus einem Lehrbuch. Er wollte gerade fortfahren, da unterbrach ihn Sagarina:

„Verzeiht die Frage, aber was ist das magische Koma?“ Tamel stutze etwas über die Frage, weil sie rein gar nichts mit der Lösung dieses Problems auf sich hatte. Doch besann er sich, wen er vor sich hatte, und antwortete:

„Das magische Koma ist eine Art Ohnmacht, welche durch Überanstrengung in der Magie entsteht. Die Gefahr hieran ist, dass die letzten Reserven, die noch beschworen sind, wenn der Körper einbricht, noch immer in diesem sind und auf unkontrollierte Weise austreten. So kann es zu schweren Verletzungen oder Umständen wie einem schwebenden Körper kommen.“ Tamel machte es in gewisser Weise Spaß, sein Wissen weiter zu geben. Es war einfach, und er konnte helfen

Bevor einer von ihnen etwas sagen konnte erschallte ein Geräusch. Es war ein sattes, tiefes Brummen, welches immer weiter anhob. Es war nicht das Alarmsignal der Kaserne. Tamel sah sich irritiert um. Plötzlich rief Argosh „Bagn zadr, Was beim großen Stein. Das ist ein Kriegshorn!“ Tamel wurde klar, weshalb er das Geräusch nicht kannte. Das Kriegshorn war das traditionelle Signal zum Vorstoß der Zwerge. Nur war das hier nicht die Front und es waren auch keine Zwerge zu sehen.

Überall auf dem Platz sahen sich Magier verdutzt um, und sie alle erblickten an einer Barriere drei Zwerge, welche ein vier Meter langes Stück Metall auf ihren Schultern trugen und auf die Mitte des Platzes zu eilten. Alle machten ihnen Platz- schon alleine um nicht umgerannt zu werden, so wie ein Magier, der sich ihnen in den Weg gestellt hatte, und im letzten Moment zur Seite gehen musste. „Das müssen Tirk und Torhac sein.“ Meinte jemand neben Tamel.

Die Zwerge liefen so schnell ihre kurzen Beine sie tragen konnten zur Mitte des Platzes- der Ort, an den sich noch kein Magier vorgewagt hatte- und bauten das Metallstück auseinander. Es waren einige Rohre oder Stangen und andere technisch wirkende Teile. Eines davon hoben sie zu dritt an und gingen weiter in Richtung der Statue vom Festungsgründer, welche die Mitte des Platzes markierte.

Das war der große Augenblick für Rondrak. Seine Konstruktion würde diese Brücke stützen und ihn berühmt machen! Mit den Balken auf den Schultern gingen Tirk, Torhac und Rondrak an ihrer Spitze auf die Statue zu.

„So und jetzt vorsichtig anheben, dann können wir das Teil auf dem Sockel der Statue abstützen“

Sogleich hob sich der Balken über Rondraks Kopf, sodass dieser rief:

„Nicht so schnell und-„ Er musste sich immer mehr strecken, um den Balken zu halten „-und nicht so hoch!“ Inzwischen hielt nicht mehr Rondrak den Balken in die Höhe, sondern der Balken zog Rondrak in die Luft. Er verlor den Halt unter den Füßen und schwebte immer schneller in Richtung der Brücke. „Was beim Barte von-“ Seine Zähne schlugen aufeinander. Der Balken hatte seine Bewegung ebenso abrupt beendet, wie sie begonnen hatte. Rondrak, der sich noch immer am Balken festklammerte, wagte einen Blick nach unten- und gleich wieder hoch. „Ruhig, Rondrak… ganz ruhig.“ Er biss die Zähne zusammen und schaute noch einmal herab.

Er schwebte gut Zehn Meter über dem Boden, auf welchem Tirk und Torhac noch immer standen. Sie schienen rechtzeitig losgelassen zu haben und machten sich daran, sich so schnell es geht von der Mitte zu entfernen.

„Na toll… Bakn dabr zakidir bazt-„ Rondrak murmelte die schönsten Flüche die ihm einfielen vor sich hin, während er versuchte auf den Balken zu gelangen ohne nach unten zu sehen. Zu seinem Leidwesen  hielt der Balken jedoch nicht stand, sondern nutzte Rondraks Schwung, um sich immer schneller um die eigene Achse zu drehen. „An der Oberfläche sein, nagut… Fliegen… niemals, aber jetzt auch noch das?“ Er schwor sich, jedem einzelnen Gott den er anbetete ein hässliches, vergammeltes Tier zu Opfern zum Dank.

Er versuchte es noch einmal, und diesmal gelang es ihm, seine Seite des Balkens durch einen Ruck zu sich zu ziehen, sodass der Balken jetzt auf und ab schwankte, sodass Rondrak in einem günstigen Moment sein Bein auf die Mitte bringen konnte, sodass er kurze Zeit später rittlings auf dem Balken saß. „Immerhin…“

Noch immer folgte der ganze Platz der Flugshoweinlage dieses Zwergs. Als er begann emporzuschweben hatten die erfahrenen Magier schnell begonnen zu tuscheln, da sich neue Informationen über das Verhalten des Feldes offenbart hatten. Auch Tamel mutmaßte gegenüber den Anderen, dass das Feld also nicht nur zum Boden gerichtet funktionierte, sondern schlichtweg in alle Richtungen eine eigene Anziehung auswirkte.

„Was wird jetzt aus Rondrak?“ Tirk und Torhac hatten nach kurzer Zeit die Gruppe gefunden und hingen, ebenso wie Argosh an den Lippen von Tamel. Ganz gleich, ob Tirk und Rondrak sich leiden konnten. Das was Rondrak dort oben durchmachte, war in etwas das schlimmste, was ein Zwerg sich vorstellen konnte, und sie beteten für ihn.

„Man könnte Rondrak für eine kurze Zeit von der Gravitation abschirmen, sodass er herab käme.“

„Warum tut es dann verdammt noch mal keiner?“ das war Argosh.

„Das Problem wäre dass es dann zu einem unkontrollierten Fall käme und der Balken ihn treffen-„ Tamel hielt die Luft an. Die Zwerge begannen zu schreien und Sagarina schlug die Hände vorm Mund zusammen.

Rondrak, der Zwerg befand sich im freien Fall, direkt über ihm der Balken-

Er fiel.

Und schrie.

Die meisten wandten sich ab, um das Ende dieses Zwerges nicht mit ansehen zu müssen, unter ihnen auch Tamel.

Und mit einem Mal brach der schrei abrupt ab.

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Tamel- Der Platz

Auf der Innenseite der zweiten Barrikade war es schlagartig ruhiger. Tamel dachte nach, was zu tun sei. Er schreckt davor zurück, selbst in die Magie unter der Brücke ein zu greifen, und sah sich deshalb um, wo es sonst noch etwas zu tun gab. Der Platz war gefüllt mit Magiern und Soldaten, wobei letztere meist einen sehr beunruhigten Gesichtsausdruck zum Besten gaben. Tamel vermutete, dass es mehr an der Anwesenheit der Magier denn an der einstürzenden Brücke lag. Direkt unter der Brücke standen ein Dutzend Magier versammelt im Kreis, die Hälfte von ihnen trug die weiße Robe, welche ausdrückte, dass sie Meister in allen Klassen waren. Die anderen trugen schwarze Roben, die klassische Robe wenn man etwas mit Anomalien zu tun hatte, und einer trug eine blaue- das musste ein Defensiv-Magier sein. Tamel war noch nie einem begegnet, außer seinem Lehrer in der Akademie. Diese Defensiven Magier, genauso wie die Kampfmagier, verbrachten die meiste Zeit außerhalb der Akademie, um in der Kaserne die Zusammenarbeit mit den Soldaten zu üben. Doch war jetzt keine Zeit für derlei Bekanntschaften. Tamel wandte sich an die nächstbeste Ansammlung von Zauberern und fragte, ob er helfen könne. Der Angesprochene, noch mit dem Rücken zu ihm erwiderte: „Ja Natürlich! Hilfe ist immer gut, du musst nur diese Kisten nach dort-“ er wandte sich um, um auf eine weitere Barrikade zu deuten, welche gerade errichtet wurde. Danach blickte er Tamel an, und sein Blick wanderte zum Zauberstab in dessen Hand. Er blickte plötzlich skeptisch. „Ach weißt du, eigentlich haben wir ja genug Leute hier… und die Barrikade steht ja auch schon fast. Wie wäre es wenn du den Jungs dort drüben hilfst.“ Tamel, in seiner Aufregung nicht bemerkend, dass er gerade als Anfänger abgestempelt wurde, nickte und wandte sich dieser großen Ansammlung von Magiern zu. Sie standen nicht weit von den Weißroben im Zentrum des Platzes entfernt und schienen sie unterstützen zu wollen. Vermutlich, so dachte Tamel, gaben sie ihnen die Kraft, welche die wenigen dann in die richtigen Bahnen kanalisieren sollten. Der junge Magier hasste diese Art von Magie, denn es fühlte sich an, als würde einem die Magie durch einen Strohhalm ausgesaugt. Außerdem war sie viel zu kompliziert, als das man sie im Alltagsleben einsetzte, und so konnte Tamel nur hoffen, dass er sich irrte und sie mit einem anderen Plan dort standen. Er war auf dem halben Wege zu ihnen und ihm war, als würde er in der Ansammlung einen Mann mit der Statur seines Meisters erkennen. Er beschleunigte seine Schritte, als ein Eisenbeschlagener Handschuh auf seiner Schulter landet und eine unfreundliche Stimme hinter ihm ihn ansprach: „Du da! Magier! Komm mit, Sarvan will einen von euch am Eingang haben.“

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