Ende einer schönen Zeit

Das Leben ist vielen Wandlungen unterlegen, und auch wir sind nicht unberührt davon. Aus vielerlei Gründen haben wir beschlossen, mit Thrýstals Feste bis auf unbestimmte Zeit zu pausieren. Doch nicht alles endet hiermit, ich bin entschlossen die Geschichte einst weiter zu führen. Zudem sind neue Projekte in Planung, über welche ich euch hier informieren werde, sobald sie beschlossene Sache sind. Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich dafür bedanken, dass ihr uns in unseren kreativen Anfängen begleitet habt und euch einladen, die folgenden Projekte mit zu verfolgen.

Bis auf weiteres, euer Frank.

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Endlich Heim

Sagarina betrat das Anwesen ihrer Familie ausgelaugt und durchnässt. Letzteres rührte von dem draußen tobenden Gewitter her. Ausgelaugt war sie, weil der hohe Rat die große Halle nicht nur über die Geschehnisse unterrichtet hatte, sondern weil direkt im Anschluss das weitere Verfahren geklärt wurde. An die 50 Boten wurden zwischen der Akademie und der Halle hin und her geschickt, auf der Suche nach einem Schuldigen. Die Untersuchungen zogen sich dermaßen in die Länge, dass es inzwischen Dunkel war.

Ein Bediensteter nahm ihren Mantel und erkundigte sich nach ihrem befinden. Noch in Gedanken antworte sie knapp und strebte direkt auf eine der Türen in der geräumigen Eingangshalle zu. Über der Tür prangte ihr Wappen, das geflügelte „S“ und designierte so den Korridor hinter der Tür als ihren eigenen Bereich. Sagarina war eine Adlige. Soweit Adel in der Festung überhaupt noch existierte, denn Jede wohlhabende Familie die etwas auf sich hielt, schenkte ihren Nachfahren eigene Wappen ihrer Wahl. Glaubte man jedoch den Erzählungen des Hauslehrers, so war die Familie ein Spross einer königlichen Blutslinie. Carne- Abgesehen von seinem exotischen Klang war es für Sagarina nichts weiter als ein Name. Sie wollte nicht ihres Titels oder des Vermögens wegen anerkannt werden. Die eigenen Leistungen, die aufrichtigen Beziehungen zu Mitmenschen, sie gaben Sagarina erst das Gefühl, zu leben.

So begab es sich auch, dass sie nicht lange auf ihrem Ledernen Sessel vor dem Kamin saß, als schon der Hausdiener, Darnel, sich zu ihr gesellte. Darnel war als vollkommener Gentlemen stets respektvoll und zuverlässig, doch war er Sagarina ein Freund geworden, den sie im Gegensatz zu ihrer Familie nicht als Bediensteten betrachtete. So war es ihm erlaubt, sich ohne weitere Formalitäten auf den Sessel neben Sagarinas zu setzen.

„War es ein anstrengender Tag, junge Herr- verzeiht, Sagarina?“ Sie mahnte ihn schon seit langem, sie im Privaten beim Namen zu nennen, doch fiel es ihm noch immer schwer.

„Vor allem ereignisreich, ihr habt sicher von dem Chaos heute gehört. Doch lasst mich am Anfang beginnen…“

 

 

 

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Isaac’s Talent 1

Das Leben mit Omar bereitete Isaac Kopfschmerzen. Es lag nicht am Haus, es war wunderschön und regelrecht luxuriös mit dem ganzen Holz. Es lag auch nicht am Essen. Omar war ein guter Koch, sodass die Speisen abwechslungsreich waren und immer eine Gaumenfreude.  Es war der Unterricht. Stunde um Stunde übte Omar mit Isaac die Grundlagen der Telepathie. Gedankenlesen, geistige Schilde, telepatische Verbindungen mit anderen Menschen und das Einklinken in das Netz gehörten dazu. In weniger als einer Woche schaffte Isaac es, die Grundlagen zu meistern. Der Preis dafür waren dauerhafte Kopfschmerzen. Omar meinte aber, dass würde sich mit der Zeit geben. Auf Isaac’s Nachfrage, wie viel Zeit denn, antwortete Omar gelassen: „In ein paar Jahren wirst du keine Probleme mehr damit haben.“

Am Ende der Woche kam es dann für Isaac zu einer unerwartete Pause in den Übungen. Er wurde nicht mit dem üblichen mentalen Angriff geweckt. Er fand den Frieden trügerisch, denn die einige Male, die Omar ihn reingelegt hat, waren schlimm genug um ihn misstrauisch zu machen. Langsam schritt er auf die Tür zu. Er war vorbereitet, für einen physischen und mentalen Kampf. Er öffnete die Tür zum Wohnzimmer und fand Omar genüsslich am Tisch frühstücken.

„Komm setz dich Isaac, wir haben viel zu besprechen.“
Immer noch misstrauisch näherte sich Isaac dem Tisch und setzte sich. Obwohl er jetzt eine körperliche Attacke von Omar für unwahrscheinlich hielt, ließ er seinen mentalen Schutz bestehen. Falls Omar es bemerkte, kommentierte er es nicht. Er biss nochmals in sein Croissant.
„Du beherrscht die Grundlagen der Telepathie jetzt soweit, dass wir jetzt deine Gabe genauer untersuchen können.“
„Wie meinst du das? Genauer untersuchen?“
„Nun Isaac, es ist so: Alle Psioniker sind telepathisch begabt. Zu dieser Begabung, kommt noch ein zusätzliches Talent. Es variiert von Person zu Person, was dieses Talent ist, doch im Allgemeinen unterscheiden wir zwischen folgenden Talentgruppen: Telekinese, Manifestieren und Hellsehen. Es gibt einige Talente die da nicht reinpassen, aber die sind recht selten daher lassen wir die mal außen vor.“
„Wie finden wir es nun heraus was mein Talent ist?“
„Nur durch probieren.“
„Was, gibt es keine einfache Methode? Du schaust einfach in meinen Geist und siehst welches Talent ich besitze?“
Omar lächelte „Diese Frage stellt jeder neuer Psioniker. Mach dir nichts draus. Es wird nicht allzu lange brauchen. Da ich in den meisten Disziplinen völlig überfragt bin, werden wir heute nicht hier den Unterricht bestreiten.“
„Omar, wenn ich fragen darf. Was ist dein Talent?“
Omar reichte Isaac ein Croissant „Es ist Hellsehen. Da kannst essen, während wir gehen. Hagen wartet schon auf uns.“
„Warum testen wir nicht einfach das Hellsehen als erstes?“
„Sagen wir einfach ich habe da so eine Ahnung.“, antwortete Omar mit einem kleinen Lächeln. Eine weile herrschte Stille. Gerade als Isaac etwas sagen wollte, kam ihm Omar zuvor.
„Manifestieren.“

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Ein Funkeln im Dunkeln

Loran erwachte. Das erste, was er spürte war, dass er nichts spürte. Keine Benommenheit, kein innerer Druck und keine Stimmen. Er hatte fast vergessen wie es war ohne die Droge zu schlafen. Er setzte sich im Schneidersitz auf eine größere Wurzel und versuchte zu meditieren, um die Klarheit seines Geistes auszunutzen. Doch kaum hatte er sich entspannt kündigten sich abermals die Stimmen an. Sie klangen nun nicht mehr verzerrt und hallend, vielmehr so, als würden auch sie von Lorans Klarheit profitieren. Ihre Laute klangen geordneter, fast sinnvoll, und Loran fühlte dass er sie verstehen würde, wenn er nur lange genug zuhörte. Den ganzen Tag hielt er in seiner Meditation inne und bemerkte nicht, wie die Wolken über dem Blätterdach dahin zogen und wie die Waldbewohner ihr alltägliches Abenteuer begannen. Er war versunken. Versunken in seinem eigenen Selbst…

Er schwebte. Der Wald war verschwunden und Loran schwebte in einer Welt aus Schemen, die wie Feuer zuckten. Der erdige Boden war verschwunden, und keine Seele sprach zu ihm, bis…

„Loran!“ Es waren die Stimmen. Sie riefen seinen Namen, wiederholten ihn immer schneller bis er zu einem schaurigen Chor aus Geräuschen wurde. Loran jedoch würde sich nicht fürchten. Er schwebte umher und versuchte, die Schemen zu erkennen, sie zu berühren, herauszufinden ob sie echt waren.

Nichts. Er spürte einen kühlen Luftzug der ihm sagte, dass er vorwärts schwebte doch die Welt um ihn herum bewegte sich nicht. Oder bewegte sie sich mit ihm? Er fragte sich, was das alles zu bedeuten hatte, als die Schemen um ihn herum erregt wirkten. Wie Tentakeln erhoben sie sich und überragten Loran nun wie Bäume.

Würden sie ihn packen? Sollte er wagen, ihnen eine Frage zu stellen?- Noch während Loran über sein Vorgehen nachdachte begannen die Tentakeln zu Wippen. Die Spitzen knickten ab und alle zeigten sie in eine Richtung vor Loran. Im Gleichtakt wippten diese Spitzen auf und ab, so als ob sie Loran anweisen wollten, der Richtung zu folgen. Loran starrte in die Richtung und er erkannte… war es nur eine Einbildung, weil er etwas sehen wollte? In der Ferne erkannte er ein Leuchten, fast nicht zu sehen, so als ob es aus großer Tiefe heraufkam. Er wollte es wissen, er versuchte in die Richtung zu schweben, doch wieder verharrte er auf seiner Position. Er ließ alle Vorsicht fahren und griff nach einer der Tentakeln um sich an ihr entlang zu hangeln. Seine Finger berührten das kühle, feste Material und…

Ein markerschütterndes Knallen ertönte und Loran sprang auf. Er war wieder im Wald, doch war direkt vor ihm, dort wo die Tentakel nach der er eben noch gegriffen hatte war, ein Baum entzwei gebrochen und hatte seine Krone zu Lorans Füßen fallen lassen. Loran spürte die Seele des Baumes schwinden, er fühlte den Schmerz, so als wäre auch er entzwei gebrochen. Er hielt die Totenwache und sprach dem Baum gut zu. Das letzte, was der Baum ihm sandte war eine Frage, ein Fragen nach dem ‚Warum‘ oder auch ‚Was war das‘, doch Loran schwieg.

 

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Ein großer Verlust

Der Magier Tamel schrie seinen Schmerz heraus, nachdem er jenen gefunden hatte den er suchte. Es war ein furchtbares Schauspiel und Sagarina konnte sich vorstellen, dass der Krieg genau so sein musste. Ein Zusammenspiel von Tod, Trauer und… Pflichtbewusstsein? Der Magier wurde von vielen Händen aus dem Sichtfeld der Regierungsleute geschoben, vermutlich in Richtung einer anderen Barrikade. Doch statt es mit sich geschehen zu lassen schien er auf halbem Wege zu erwachen und sich wehren zu wollen. Sagarina verstand nicht, was er sagte, doch kam nach kurzer Zeit ein älter aussehender Magier zu der Gruppe.

„Der Jungmagier da hinten meinte, er müsse auf euch aufpassen?“  Während er gegen den Lärm auf dem Platz anschrie deutete er mit dem Daumen hinter sich.

„Ich musste ihm versprechen dass ich das übernehme, damit er Ruhe gibt.“ Er schüttelte den Kopf.

„Der alte Helmut… eine Schande. Wirklich schade um ihn- kein Wunder das der Junge so außer sich ist. Doch ich bring euch wohl erst einmal hier heraus, Sarvan wird euch sicher später alles erklären.“ Er dachte einen Moment lang nach. Dann schien ihm etwas einzufallen. Er verbeugte sich und sagte:

„Achja, mein Name ist übrigens Jan. Doch genug geredet, folgt mir.“ Er schuf einen Schild, wie es die Magier schon wenige Minuten zuvor getan hatten. Jans Schild schien aus durchsichtigen, handgroße Schuppen zu bestehen, die grünlich schimmerten. So verließen sie den Platz durch die Barriere durch die sie auch gekommen waren, das Schild wie eine übergroße Luftblase um sie herum. Er führte sie kurzerhand bis zum Tor des Regierungsgebäudes und bat sie, jedwede Untersuchung an dem Platz nicht zu beginnen bevor Sarvan zu ihnen stieß. Offenbar befürchtete er, dass die Aufräumarbeiten behindert werden könnten, zu welchen er wie er meinte nun schritt.

Die Gruppe sah ihm einen Moment lang hinterher, noch immer etwas irritiert von den Geschehnissen. Erst als Rondrak die Stimme hob und fragte, was nun anstehe entließ Argosh ihn mit dem Versprechen, seine Konstruktion zu ihm bringen zu lassen. Danach wandte er sich an die Gruppe:

„Nun denn, dann lasst uns zurück zur Versammlung gehen.“

 

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Isaac’s neues Zuhause – Teil 3

Isaac betrat das Haus beladen mit seinen Einkäufen. Mit der Schulter öffnete er die Tür ins Wohnzimmer und verkündete mit einem kurzen Ruf seine Ankunft. Mit einem Seufzer der Erleichterung ließ er die Sachen auf den Tisch fallen. Isaac richtete sich auf und sah sich um. Omar saß in einem Stuhl vor dem Kamin und sah ihn direkt an. Er war sauer. Isaac lief es kalt den Rücken herunter. Irgendetwas hatte er verbrochen. Aber was bloß? Er konnte sich an nichts erinnern. Hatte er vergessen etwas einzukaufen? Schnell überprüfte er seine Einkäufe. Alles war da. Er schaute Omar wieder an. Dieser starrte immer noch in Isaacs Richtung, Doch schien sein Blick nun etwas an Isaac vorbei zu gehen. Probeweise machte er langsam einen Schritt nach links. Omars Augen folgten ihm nicht. Er starrte immer noch dieselbe Stelle an. Mit weiteren vorsichtigen Schritten näherte sich Isaac Omar. Immer noch starrte dieser in die Leere.

Isaac wedelte mit einer Hand vor dem Gesicht des Alten und rief seinen Name, doch musste er bald aufgeben. Er hätte wahrscheinlich eine größere Chance eine Reaktion von einem Stein zu bekommen. Also fing Isaac an zu überlegen, was sein Mentor wohl wiederfahren war. Die Antwort kam Isaac und im selben Moment, schien eine Lichtkugel über Isaacs Kopf zu erleuchten. Mit einem teuflischen Grinsen, wie es nur der Jungend vorenthalten ist, schubste er den Stuhl von Omar um. Dieser schrie auf und landete auf dem Boden. Omar sah sich verwirrt im Raum um bis sein Blick endlich Isaac fand, der grinsend über ihm stand.

„Lieber Omar, wie oft hast du mir erzählt, dass ich immer auf meine Umgebung achten muss, auch wenn ich im Netz bin?“

Es schien ein Moment zu dauern, bis Omar die Worte verstand. Er fing aber dann an zu lachen und ließ sich von Isaac hochhelfen.

„Also gut Isaac, du hast mich erwischt und ich habe es dann wohl auch verdient auf den Boden geschmissen zu werden. Doch war die Diskussion gerade ziemlich brisant und ich hatte mich voll und ganz darauf konzentriert.“

Isaac nickte kurz. Er traute sich nicht die auf der Hand liegende Frage auszusprechen.

„Aber egal, hast du alles besorgt?“

Wieder nickte Isaac.

„Gut, dann lass uns essen. Ich habe Hunger.“

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Ein scharfes Statement

Das war ja noch mal gut gegangen.

Der Elf, Mernon hieß er, hatte sich nach einer Weile des Schimpfens endlich wieder beruhigt. Serg fragte sich noch lange, wie er hatte so kurzsichtig sein können, mit einem Elfen übers Bäumefällen zu sprechen. Nachdem sich also der grauhaarige Mann zum tausendsten Mal entschuldigt hatte setzten sie sich gemeinsam an an ein Lesepult und versuchten, Mernons Lesekenntnisse aufzufrischen. Er begriff schnell, und so war es ein leichtes, ihm das elfische und menschliche Alphabet in Erinnerung zu rufen. Anders sah es jedoch bei dem Zwergenalphabet aus. Als Elf hatte Mernon es nie gelernt und er machte gerade wieder denselben Fehler, den er seit etwa einer Stunde machte.

„Mich betrübt diese Arbeit. Doch sagt mir, werter Serg, wie kann ein Volk darauf kommen, derlei viele Zeichen um die Buchstaben herum zu verwenden?“

Serg stutzte einen Augenblick. Dann konnte er nicht umhin zu grinsen. Schmunzelnd erklärte er dem etwas verblüfften Elfen:

„Ohne eurem Volk nahetreten zu wollen, doch ist das Alphabet der Zwerge noch ein Leichtes gegen das eure. Ihr werdet es wohl nicht bemerkt haben, doch ist eure Schrift derart malerisch, dass man als Mensch stets auf der Suche nach Symbolen ist“

„Das kann nicht sein.“ Der Elf schaute ungläubig.

„Es war mir doch stets ein leichtes den Text zu verstehen.“

„Genau das ist es ja. Herr Elf, wisst ihr, was ein Bilderbuch ist?“ Der Elf schüttelte den Kopf.

„Das ist ein Buch, welches in Illustrationen etwas wiedergibt, sodass Kinder es verstehen, ohne Lesen zu können. Ich habe einst gelesen, dass eure Schrift ähnlich funktioniert, dass also ein Jeder Elf den Text auch ohne die Buchstaben ungefähr versteht. Seht euch das hier doch mal an.“

Er legte ihm den bereits gelesenen Elfentext vor und deutete auf verschiedene ‚T’s.

„Das alles ist der gleiche Buchstabe, doch nimmt er stets andere Gestalt an. Hier ist es ein Baum, dort drüben ein Schild. Ich weiß nicht wie ihr das macht, doch scheint ihr alle den gleichen Sinn für diese Illustrationen zu haben. Ich sehe euch an, dass ihr nichts davon wusstet und doch würde ich schwören, dass ihr dieselben Symbole für denselben Inhalt nutzen würdet. Es ist wohl ein Teil eurer Magie.“

„Magie?“ Mernon dachte kurz nach. „Ihr meint unser Volk sei magisch?“

„Ja natürlich, eure Kraft und eure Langlebigkeit können doch nicht irdischen Ursprunges sein?“

„Ich fürchte, die Ansicht der Magie ist hier das entscheidende. Ihr Menschen und Zwerge seid… gelinde Gesagt… zerstörerische Wesen, die sowohl die Natur als auch die Strömungen der Kraft, ihr nennt sie Magie, zwingen, gegen ihren Willen zu arbeiten. Alles was uns unsere Kraft verleiht ist, dass wir in Harmonie zu den Wesen leben, welche ihr knechtet. Doch ich danke euch für die Erklärung. Lasst uns fortfahren.“

Serg war etwas vor den Kopf getreten. Dieser Elf erklärte ihm mit zwei Sätzen, dass sein Gesamtes Volk eine Schande und selbst schuld daran ist, dass sie in so vielen Bereichen schlechter sind. Doch schien etwas Wahres daran zu sein und so verteidigte sich Serg nicht. Er mochte den Elfen und er hatte nicht erwartet, dass er oder irgend ein Elf die Menschen mochte.

„Also gut. Lasst uns fortfahren.“

Keine fünf Minuten später waren sie wieder in der Arbeit versunken.

 

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Etwas läuft schief

Es gibt mal wieder Verzögerungen. Wie ich euch mitteilen muss ist Martin für unbestimmte Zeit verhindert, da die Technik ihn im Stich ließ. Aus diesem Grunde fällt seine Geschichte diese Woche weg. Die entstehende Lücke werde ich natürlich versuchen zu schließen, vermutlich noch diesen Samstag, spätestens Sonntag.

Ich wünsche euch noch ein entspannendes Wochenende!

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Spannungen

Die Öllampe schien auf die hauchdünnen Lederseiten vor Mernon. Er wusste nicht, wie lange es her war, dass der Bibliothekar ihm die Lampe brachte. Er bot ihm Hilfe an, doch lehnte er ab, es war nicht, dass er keine Hilfe gebrauchen könnte- um ehrlich zu sein wusste er ja nicht mal wonach er suchte. Doch ein viel größeres Problem nagte an ihm, und er schämte sich fast, es sich selbst ein zu gestehen. Es half nichts. Er musste früher oder später fragen.

Nach langem hin und her nahm sich der Elf ein Herz und erhob sich von dem kleinen Lesepult in der Ecke des Raumes. Er nahm die Lampe- nicht, dass er sie gebraucht hätte, seine Augen waren auch im Dunklen gut genug, doch wollte er den Menschen nicht übermäßig verwirren.

Wie zu erwarten war, saß der alt wirkende Mann an dem Tresen im Eingangsraum- Mernon wusste nicht genau, wie alt Menschen wurden, alles was er wusste war, dass sie deutlich jünger starben als die Elfen. Als der Mann ihn bemerkte legte er das Buch, in dem er las zur seite und lächelte ihn an.
„Kann ich euch nun doch helfen? Oder wart ihr fündig?“

Mernon wusste nicht genau, was er sagen sollte. Selbst in seinem Kopf klangen die Sätze merkwürdig, und es war wohl einer der wenigen Momente im Leben eines Elfen, in dem er Scham empfand.

„Es ist vermutlich nicht, wie ihr es erwartet und… also es ist nicht so dass…“ Er fasste sich und begann von neuem:

„Ich bin mittlerweile etwa ein Jahrhundert in dieser Welt, doch lernte ich das Lesen noch im frühen Kindesalter. Mein Volk pflegt das Lesen nicht, und so habe ich nun gewisse… Schwierigkeiten.“

Serg schaute verdutzt drein. Erklärte ihm gerade tatsächlich ein jünglicher Elf, dass er älter war, als er selbst? Und noch besser, dass er das Lesen verlernt hatte? Serg war hin und hergerissen zwischen Belustigung, Erstaunen und Mitleid für den Elfen, der sichtlich bedrückt dreinsah.“

„Ihr bräuchtet als ein wenig Hilfe um euer Wissen wieder… aufzufrischen?“ Er versuchte ihn etwas aufzuheitern.

„Ach nun schaut doch nicht so verzweifelt drein. Der alte Serg wird euch schon helfen können. In unserem Alter kann man doch leicht was vergessen, was?“ Er gluckste und setzte zu einer Anekdote aus seiner Jugend an.

„Wisst ihr, damals, als ich noch ein Knabe war, da habe ich mich auf den Karren eines befreundeten Holzfällers geschlichen, als er vor die Festung fuhr.“ Der Elf schaute sichtlich skeptisch drein, doch fuhr Serg fort:

„Ja natürlich ist es gefährlich, sollte es das sein, was euch irritiert. Doch ich war eben jung und wollte die Welt sehen. Natürlich blieb ich nicht unentdeckt und so saß ich bald auf dem Kutschbock, nachdem ich eine Tracht Prügel versprochen bekommen hatte. Doch ihr fragt euch sicher, worauf ich hinaus will. Der Mann, Joran, brachte mir damals bei, wie man einen Baum fällt und- nun schaut doch nicht so, die Geschichte ist wahr! Was ich sagen will ist, dass auch ich jetzt nach Siebzig Jahren nicht mal einen Grashalm ausreißen könnte. Es ist nichts schlimmes, Dinge zu verle-“

Der Elf unterbrach ihn. Mittlerweile hatte er einen recht Angriffslustigen Gesichtsausdruck:

„Natürlich ist dies nichts Schlimmes. Wäre es schlimm, verlernte eine Giftschlange zu vergiften? Einen Baum zu ermorden ist keine Leistung, auf die man stolz sein sollte.“

Er fuhr eine regelrechte Schimpftyrade auf, und erst jetzt bemerkte Serg, wie Taktlos er gewesen war. Er versuchte den Elfen zu besänftigen, doch war er jetzt in Rage, und schien nicht so bald aufhören zu wollen.

Während er es über sich ergehen ließ ärgerte sich Serg über sich selbst und trauerte dem friedlichen und womöglich aufschlussreichen Abend nach, den er sich erhofft hatte.

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Isaac’s neues Zuhause – Teil 2

Isaac ging durch die belebten Marktstraßen. Hier gab es größtenteils Menschen und Zwerge, die ihren Geschäften nachgingen und einmal glaubte er sogar einen Elf gesehen zu haben, aber er war sich nicht sicher. Es gab hier viele Geschäfte und in manchen wurde auch Kleidung verkauft, doch war sich Isaac nicht sicher ob er in denen ohne Geld neue Sachen kriegen würde.

Nachdem er den Frühstückstisch abgeräumt und das dreckige Geschirr mit Sand gewaschen hatte, wurde er von Omar losgeschickt um sich neue Kleidung zu besorgen und um ein geschlachtetes Huhn zu kaufen. Für die Lebensmittel hat er ihm etwas Geld gegeben. Für die Kleidung nicht. Als Isaac danach fragte, hatte Omar nur gelacht und meinte er müsse sich halt den richtigen Laden aussuchen. Ohne einen weiteren Kommentar schloss Omar die Tür.

Also suchte Isaac nun ein Geschäft in dem er kostenlos neue Klamotten kriegen würde. Er traute sich nicht, irgendwo reinzugehen und danach zu fragen. Außerdem vermutete Isaac, dass es irgendwie eine Fangfrage war. Die Antwort war wahrscheinlich so offensichtlich, dass sie Isaac direkt auf der Nase rumtanzte.

Um etwas nachdenken zu können, löste er sich aus dem Strom aus Körpern und stellte sich an den Straßenrand. Isaac rief sich den genauen Wortlaut Omars Worte nochmal ins Gedächtnis und begann, sie aus allen Blickwinkel zu durchleuchten. Was könnte er damit meinen? Dieses Spiel hatte er in seiner Jungend oft gespielt. Nur das „Er“ meist Lerx gewesen war. Ganze Tage wurden damit verbracht die Worte der Predigt oder Lerxes Taten zu entschlüsseln. Es ist komisch, in welchen Situationen man anfängt, an seine Vergangenheit zu denken. Obwohl Isaac noch nicht allzu viel Vergangenheit hatte, auf die er zurückblicken konnte. Wie ging es wohl seinen Eltern? Er fragte sich kurz was er heute gemacht hätte, wäre er nicht ein Psioniker geworden. Isaac seufzte und ließ seinen Kopf nach hinten fallen. Die Antwort war offensichtlich. Er schloss die Augen und ließ seinen Geist das Netz beitreten. Dort wurde er sofort begrüßt. Anscheinend hatten sie dort schon auf ihn gewartet und Wetten abgeschlossen wie lange er brauchen würde. Sobald sich das konfuse Netz aus Gedanken und Emotionen etwas beruhigt hat. Konnte Isaac seine Frage stellen und bekam prompt eine Antwort. Vor seinem geistigen Auge erschien ein Bild von einen Geschäft, das wie jedes Geschäft aussah, an dem er heute schon vorbeigegangen ist. Mit dem Bild kam auch eine Wegbeschreibung. Isaac bedankte sich und holte seinen Geist vorsichtig in seinen eigenen Körper zurück. Er war stolz auf sich, die Lösung gefunden zu haben. Mit schnellen Schritten machte er sich auf dem Weg.

Keine Stunde später stand Isaac wieder auf der Straße. Seine neuen Sachen passten ihm wie angegossen. Sein weißes Leinenhemd war bequem und das braune Leder seiner Hose war weich. Unter seinem rechten Arm trug er mehrere braune Pakete mit Wechselkleidung. Auf dem Weg nach Hause fiel ihm ein, dass er noch Fleisch kaufen musste. Zum Glück fand er ein entsprechendes Geschäft. Er fragte den dicken Metzger hinter der Theke nach einem Huhn woraufhin dieser bedächtig nickte, an einem der vielen Messer an seinem Gürtel fingerte mit einem gemurmelten: „Ein Moment bitte“ durch eine Tür verschwand.

Isaac sah sich etwas im Laden um und begutachtete die verschiedenen Sorten Fleisch die man erwerben konnte. Er begutachtete gerade eine Rinderzunge, als er hörte, wie die Tür hinter der Theke sich erneut öffnete. Ein hübsches Mädchen trat hervor.

„Wolltest du das Huhn?“, fragte sie ihn mit einer melodischen Stimme.
Da Isaacs Stimme ihm gerade ihren Dienst verweigerte nickte er nur. Sie überreichte ihm ein feuchtes Paket aus Pergament.
„Das macht dann 3 Silbermünzen.“  Ihr Lächeln blendete Isaac fast. Mit allen Paketen die er nun trug konnte er nicht an seinen Geldbeutel. Deshalb stellte er das Huhn wieder auf den Tresen und übergab ihr das Geld. Sie bedanke sich mit einem Lächeln und verschwand wieder durch die Tür. Isaac nahm das Huhn und machte sich auf de Heimweg. ‚Das Mädchen dort war recht hübsch‘, dachte sich Isaac, „Vielleicht sollte ich den Metzger in Zukunft öfter besuchen.“

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